19.09.2016
Bange Angst

Er hatte sich verabschiedet. Was ihm bevorstand, war groß. Unabsehbar für ihn. Eigentlich war er ein Mann, den so schnell nichts umwarf. Hatte er jedenfalls bis vor 2 Wochen gedacht. Doch dann hatte ihm sein Hausarzt erklärt, dass das EKG so nicht stimmte, Herzkatheder-Untersuchung. Und nun eben die OP. Er musste reden, mit einem Freund, endlich reden. Und tat es. Und sprach von seinem Stress auf Arbeit, dass ihm schon lange alles zu viel sei. Und der Angst vor der OP. Er sei doch keine „Angsthase“, aber „man könne ja nie wissen.“
Am Morgen des OP-Tages bekommt er eine SMS. Sein Freund schreibt. „Ich denke an Dich. Heute steht auf meiner App mit Bibelsprüchen für den 21. September was für dich. Vielleicht hilft es dir.“ Und so liest er, schon im OP-Hemd einen Bibelvers - „Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimm dich meiner an.“ (Psalm 142, 4).
Er ist kein Beter, noch nicht mal Christ. Er ist kein frommer Mensch. Aber heute ist irgendwie alles anders. Er kennt sich selber nicht wieder. Er wünscht sich Beistand. Himmlischen Schutz. So alleine hatte er sich selten gefühlt. Ja, einer soll sich seiner annehmen. Auf ihn achten. Ihn beschützen. Er will leben. Und den Ärzten vertrauen.
Aber das wichtigste: Er will nicht allein sein mit seiner Angst. Nun wissen schon drei davon. Er selber, sein Freund und Gott. „Ja Gott, nimm dich meiner an.“
Eine gute Nacht wünscht Ihnen Pastorin Theresa Rinecker aus Weimar


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