20.12.2019
Bani Adam

Eliah wurde vor zwei Jahren in einem Thüringer Schwimmbad getauft. Und seit er in Gotha wohnt, kommt er jeden Sonntag hier in den Gottesdienst.

Jung ist er, schwarzäugig und sehr höflich. Sein Deutsch macht Fortschritte, aber am besten kann ich mich mit ihm über das Handy verständigen. Manchmal zeigt er Fotos von dem iranischen Dorf, das er verlassen musste. 

Eliah ist sofort bereit, beim Krippenspiel mitzumachen. Ein König fehlt noch. Und als er das schöne Kostüm überzieht, ist klar: Diese Rolle passt zu ihm!

Ich lade ihn zur Probe ein. Erkläre ihm, was er zu tun hat. Und frage ihn auch, ob er nicht eine persische Musik empfehlen kann, die zu dem Weg der drei Könige vom Morgenland zur Krippe passt.

Und dann schickt er mir eine Nachricht mit einem Lied, das mich umhaut: Bani Adam, ein berühmtes Gedicht von Saadi, einem persischen Gelehrten aus dem dreizehnten Jahrhundert. Schöne, menschenfreundliche Worte: Wir Kinder der Erde gehören zusammen, sind aus einer Essenz. Niemand ist ein Einzelkind, niemand darf übersehen werden. Wir alle sind Geschwister. Bani Adam. 

Diese Friedensbotschaft hat auch ein hoch-angesehener persischer Teppich-Designer in sein Meisterwerk hinein geknotet und den Vereinten Nationen geschenkt. Seit Jahren hängt es in New York an der Wand eines Tagungsraumes.

Bani Adam. Wir Kinder der Erde gehören zusammen: Die aus dem Abendland und die aus dem Morgenland, Elija, du und ich, wir alle.

 

Schwestern und Brüder: Schlafen Sie gut!  

Das wünscht Angela Fuhrmann, Ev. Pfarrerin in Gotha

 


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