23.04.2019
Bed-In

Vor fünfzig Jahren hat ein Paar seine Flitterwochen im Bett verbracht und dabei für Aufsehen gesorgt.

John Lennon und seine Frau Yoko Ono demonstrierten damit für den Frieden. Sie ließen sich in Nachthemd und Schlafanzug fotografieren, sprachen über den Frieden und nannten ihre Aktion ein Bed-In.

Und dann sangen sie „Give peace a chance“, zusammen mit vielen anderen.

Wenn ich abends ins Bett gehe, möchte ich keine Fotografen dabei haben und keine Interviews geben, sondern vor allem meinen Frieden finden. Meinen Frieden mit dem, der  neben mir liegt, mit dem Tag, der hinter mir liegt.

Mit dem, was noch liegen geblieben ist und dem, was mir vielleicht auf der Seele liegt.

„Friede sei mit euch“, so hat der auferstandene Christus seine Freunde gegrüßt.

Wir haben diese Geschichten gerade zu Ostern gelesen.

Geschichten, in denen in unsere Welt, unseren Alltag ein ganz neues und anderes Leben hineinragt.

Eins, das befremdet, Zweifel erregt und das dann zu einem Frieden führt, der höher ist als alle unsere Vernunft.

Welchen Frieden eine Liebe schenkt, die glücklich macht, und die zu ganz neuen Ideen führt, davon haben Yoko Ono und John Lennon damals erzählt. Ob ihr Bed-In dem Weltfrieden gedient hat, das sei mal dahingestellt. Immerhin ist uns auch nach 50 Jahren ihre Aktion immer noch in Erinnerung geblieben und die Musik aus dieser Zeit klingt zu uns herüber.

Ich stelle mir vor, ich könnte dem Frieden eine Chance geben.

Im erholsamen Schlaf, in der Liebe zu dem, der neben mir liegt und zu allen, mit denen ich zu tun habe.

Und mit dem, der uns sagt: Friede sei mit euch.

Das wünscht ihnen für heute Nacht Pastorin Katarina Schubert von der evangelischen Kirche in Kamsdorf.


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