08.02.2016
Berührungen

Wie wild hat sich Marlenchen im Kreis gedreht und dabei lauthals gelacht. Die Fünfjährige ist ein Wirbelwind. „Ich kann das alleine.“, ist einer ihrer Lieblingssätze. Meistens stimmt das auch. Jetzt aber war das gerade eine Umdrehung zu viel. Sie verliert das Gleichgewicht, stößt mit der Stirn ans Tischbein. Kurz darauf der Schrei. Gut, dass Papa in der Nähe ist und sie schnell in seine Arme nehmen kann. Ganz ruhig und liebevoll streichelt er über die schmerzende Stelle und hält sie dann einfach in seinen Armen.
Wie heilsam Berührungen sein können! Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass unser Körper bei Berührungen Hormone ausschüttet, die gegen Stress wirken und sogar das Immunsystem stärken.
Klares Plädoyer: Wir brauchen Berührungen in unserem Leben. Nicht nur, wenn wir gerade eine Runde zu viel gedreht haben. Nicht nur ganz direkt von Mensch zu Mensch. Auch die Sonne berührt mich, der Wind, das Licht. Gott.
Ja, auch meine Beziehung zu Gott lebt davon, dass ich mich berühren lasse. Der Glaube ist nicht nur eine Kopfsache, sondern auch etwas sehr Sinnliches. So wie es Gerhard Tersteegen in einem alten Lied beschreibt:
„Du durchdringest alles, lass dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte.“
Gott ist Licht. Mit seinem Glanz und seiner Wärme berührt er immer wieder mein Herz und meine Seele. Das ist wie in die bergenden Arme eines lieben Menschen fallen. Das kann ich mir nicht alleine geben.
Ich wünsche Ihnen viele zärtliche Berührungen. Von Gott und von Menschen. Schlafen Sie gut! Das wünscht Ihnen Dorothee Land von der evangelischen Kirche aus Erfurt.


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