08.02.2016
Beten und Stricken

Ich bin Christin. Ich bete. Ich rede mit Gott und erzähle ihm, was mich freut und was mich schmerzt. Nicht immer habe ich das Gefühl, dass ich auch wirklich gehört werde. Neulich hat mir eine Freundin dazu eine wunderbare kleine Geschichte erzählt.
„Eine fromme alte Frau kam zu einem alten Mönch. Enttäuscht klagte sie: ‚Viele Jahre habe ich gebetet, jeden Tag, doch nie habe ich dabei die Nähe Gottes gespürt. Wie kann das sein?’ Da fragte der Mönch: ‚Hast du Gott die Gelegenheit gegeben, ein Wort einzuwerfen?’ ‚Wie das’, entgegnete die Frau, ‚nein, ich habe die ganze Zeit zu ihm gesprochen, das ist doch Beten!’ ‚Nein’, sagte er, ‚ich glaube nicht. Ich empfehle dir: Nimm dir täglich eine Viertelstunde Zeit, sei einfach nur da und stricke. Und lasse Gott bei deinem Stricken zuschauen. Mehr brauchst du nicht zu tun.’
Die Frau wunderte sich über diesen Vorschlag, bedankte sich und ging. Schon nach einer Woche kam sie wieder und sagte: ‚Merkwürdig, wenn ich zu Gott meine Gebete spreche, bin ich wie taub für Gott. Doch wenn ich vor ihm still dasitze, stricke und schweige, dann fühle ich mich in seine Nähe eingehüllt’.“
Beten – das ist nicht so sehr Reden, das ist vor allem Hören.
Ich will mir das wieder vornehmen, weniger reden, mehr hören. Einfach die Gedanken weiterschieben und der Seele und Gott Raum geben. Und dann empfangen, was mir entgegen kommt. Auch heute Nacht!
Eine gute Nacht wünscht Ihnen Dorothee Land von der evangelischen Kirche aus Erfurt.


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