07.05.2020
Danachgedanken

„Vielleicht sehen wir uns mal wieder in anderen Zeiten.“ sagt die Schneiderin in dem kleinen Modeatelier in der Nähe von Erfurt. „Ganz bestimmt.“ Sage ich spontan, während ich mir ihre wundervollen Kleider ansehe. Ich wollte mir eigentlich nur eine Mundschutzmaske kaufen. Jetzt bin ich ganz gerührt und auch ein wenig verlegen.

Auf der Website „Haltet Erfurt lebendig – keeperfurtalive“ hatte ich ihr Lädchen entdeckt. Die Seite, ein echter Augenöffner. So viele kleine Gewerbetreibende, die jetzt ums Überleben kämpfen.

Ich ahne, wie schnell ich das wieder aus dem Blick verlieren könnte. Ich muss es irgendwie festhalten – Gedanken fürs Danach.

Denn was jetzt aus der Not entsteht, hat eine starke Seite. Ich werde aufmerksam auf Dinge, die ich vorher übersehen habe. Nicht nur auf dieser Plattform. So viel Kreativität. Ich brauche mich doch nur umsehen. Lokal statt online kaufen.

Wir können jetzt merken, was möglich ist, was anders geht. Wir können fragen, was wir schützen und stärken müssen. Lebenswichtige Berufe, die Schwachen in unserer Gesellschaft, kleine Lädchen, unser Bedürfnis zusammen zu halten.

Das festzuhalten, dafür ist jetzt die Zeit. Vielleicht in einem Tagebuch der Krise. Und dann, wenn wir wieder Freiheiten haben zu gestalten, es zu erinnern.

Das wünscht sich Pfarrerin Dorothee Land evangelisch und aus Erfurt.


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