Der Geist der Kraft

Ich fahre zum Taufgespräch. Zu einer jungen Familie. Die Eltern und ihre Kinder leben auf einem Dorf. Sie haben Platz. Viel Platz. Ich bin überrascht, wie viel. Ein großer Hof empfängt mich mit Wohnhaus, Scheunen und einer Streuobstwiese. Hasen und ein paar Schafe.

Viel Platz, der gebraucht wird. Mir kommen die 4 –jährigen Zwillinge entgegen und die großen Brüder. Und dann steht der Kinderwagen auf dem Hof mit dem Neugeborenen. Fünf Kinder. Zwei Erwachsene. Und jede Menge Leben.

Wir sprechen über die Taufe am kommenden Samstag. Wer zu Gast sein wird, wer die Paten sind. Wie es ist für die Mutter, die selber keiner Kirche angehört und doch ihren Mann unterstützt in seinem Wunsch, die Kinder mögen den christlichen Glauben kennenlernen. Darin aufwachsen.

Beide Eltern wollen auch das fünfte Kind taufen lassen. Es segnen lassen und beten, für ihre Familie und das Neugeborene. Ich bewundere ihre Unerschrockenheit und gelassene Heiterkeit. Klar, sagen sie, manchmal geht es drunter und drüber. Mit den Kindern und den Renovierungsarbeiten. Aber die Taufe wird gefeiert, im großen Kreis.

Sie haben einen schönen Taufspruch ausgesucht. Einen Vers aus der Bibel für ihr Kind: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Verzagtheit, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

Gottes Gaben sind Kraft und Liebe und Besonnenheit.

Ich freue mich auf das Tauf-Fest im großen munteren Kreis.

Schlafen Sie gut und unverzagt. Das wünscht Ihnen Pastorin Theresa Rinecker aus Weimar