Die Zeiten ändern sich

Da gehen sie. Das Volk Israel mit ihrem Anführer Mose. Im Rücken das Land, in dem sie versklavt waren. Das haben sie hinter sich gelassen, sie sind frei. Mit Gottes Hilfe. Seitdem sind sie unterwegs, noch nicht angekommen. Vor sich die Wüste.

Im Gepäck die Zusage: Ich will euch führen in ein Land, wo Milch und Honig fließt. Und auf den Schultern und im Herzen die Unsicherheit, ob sie der Zusage trauen können. Denn noch ist dieses Land nicht in Sicht. Niemand weiß, wie es werden wird. Nur, dass sich etwas ändern wird und muss.

Das war damals so und ist heute so. Die Zeiten ändern sich. Nichts bleibt so wie es ist. Das ist anstrengend. Schließlich weiß ich vorher nie, wie es dann wird. Immer bleibt ein Stück Ungewissheit. Kein schöner Zustand.

Eines Tages stehen die Israeliten am Ufer des Flusses Jordan. Hinter ihnen die Welt, in der sie sich auskannten. Vor ihnen unbekanntes Land. 

Sie schicken zwölf Kundschafter voraus. Vierzig Tage durchstreifen sie das Land. Nach ihrer Rückkehr schlägt zuerst die Stunde der Bedenkenträger und Angstmacher: „Wir waren in der unbekannten Welt und es wird schrecklich für uns werden.“ Sie verbreiten die wildesten Gerüchte. Ihre Devise: Am besten zurück in die Wüste oder hier bleiben. 

Nur zwei erzählen anders: Was wir gesehen haben ist ein Land, wo Milch und Honig fließt. Es ist anders als das, was wir kennen. Ob wir da leben können, werden wir erst wissen, wenn wir es wagen zu gehen. Was wir wissen ist, dass Gott bis hierher mit uns gegangen ist. Und dieses Vertrauen wird uns auch in die Zukunft tragen. 

Auch in dieser Nacht, glaubt Pfarrerin Dorothee Land, evangelisch und aus Erfurt.