03.09.2019
Drei Bethen

In Meransen, einem kleinen Ort in Südtirol heißen sie Aubet, Cubet und Guerre. Andernorts werden sie Ambeth, Wilbeth, Borbeth genannt. Ungewöhnliche Namen von drei Jungfrauen. Die Endungen haben ihnen ihren Namen gegeben: die drei Bethen.

Ihre Figuren findet man in der Dorfkirche in einem Seitenaltar, vor dem Eingang als Steinrelief an einem Brunnen und gleich noch mal als modernes Gemälde am Wohnhaus daneben. Als ob die Menschen sich über all mit ihnen umgeben wollten.

Ich kann mir das vorstellen. Vor Jahrhunderten, ohne Autos, Telefone, Krankenhäuser. Wenn jemand krank war, wenn Unwetter die Ernte zerstörten. Wer sollte helfen? Da waren die drei Frauengestalten wie Anker im Sturm, wie gütige Nothelferinnen. An ihnen hielt man sich fest, flehte um Hilfe. Und erlebte sie auch. Das hat sich tief eingeprägt. Und bis heute erhalten.

Drei Frauen als Gegenüber. Als göttliches Gegenüber. Mit Eigenschaften, die üblicherweise Männern zugeschrieben werden: Stark, selbstbewusst und kreativ. Mit der Gabe, außergewöhnliche Lösungen zu finden. Lösungen, die Leben erhalten und nicht zerstören. Mit Lebensweisheit, die manch männlichem Herrschaftsgebaren fehlt.

Aubet, Cubet und Guerre – heute können sie Frauen unterstützen, die noch mehr Courage brauchen, sich an wichtige Schaltstellen zu wagen. Da, wo es um Zukunftsfragen und deren Lösungen geht. Denn da werden sie dringend gebraucht.

Dass auch Sie weise Nothelferinnen haben, wünscht in dieser Nacht Pfarrerin Dorothee Land, evangelisch und aus Erfurt.


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