14.05.2020
Fleck

Neulich fuhr ich einkaufen. Nichts Besonderes. Lediglich der Fleck auf der Windschutzscheibe meines Autos war neu. Genau in meinem Blickfeld. Klar, dachte ich, Scheibenwischer an und Fleck weg. Denkste. Wischer nochmal an, aber der Fleck blieb stur. So ein Mist, dachte ich und habs nochmal versucht. Zum Verrücktwerden! Wieder nichts. Ich konzentrierte mich auf den Verkehr, aber wie ferngesteuert sah ich nur den Fleck. Und zu Hause dann die Überraschung: Der Fleck war innen! Da hätte ich lange wischen können!

Seither denke ich: Solche Flecken gibt’s nicht nur auf der Windschutzscheibe. Es gibt sie auch in meinem Leben! Innen, bei mir selbst.

Beispielsweise hab‘ ich manchmal richtig miese Laune. Ich versuche zwar, sie mir nicht anmerken zu lassen. Dennoch ist sie da! Aber anstatt nach der Ursache zu suchen überspiele ich sie. Dann passiert’s: Meine Partnerin fragt mich etwas und ich fasse es gleich als Kritik auf. Bamm – und es kracht. Die Schuld gebe ich ihr. „Hättest du mich einfach nur in Ruhe gelassen!“

Dabei lag es an mir! Ich muss von innen mit mir ins Reine kommen. Wie bei dem Fleck und dem Scheibenwischer.

David, ein König aus der Bibel, hat diese Erfahrung auch gemacht. Er machte einen Fehler und hatte an Gott einen Wunsch: „Gott, schaffe in mir ein reines Herz“. Genau das wünsche ich mir auch: mit mir selbst klar zu kommen und nicht Fehler außen zu suchen.

Eine gute Nacht wünscht Pfarrer Christoph Knoll, evangelisch und aus Erfurt


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