12.06.2019
Gemeinschaft der Heiligen

Klara hatte keine Kinder. Und war trotzdem nicht einsam.

Die Nichte und die Nichten-Kinder waren ihre Familie. Sie haben füreinander gesorgt und miteinander gefeiert. Auch dann noch, als sie älter wurde.

Und dann war da auch noch die Groß-Familie: Die Kirchengemeinde! Denn da gehörte sie ja seit der Taufe dazu.

Kriegsjahre, Nachkriegszeit und DDR-Problemchen – Vieles hätte sie nicht ertragen können – so allein. Aber die Familie und die Großfamilie waren ja da.

Fast so wie dieser Ich-bin-da-Gott, von dem sie schon als Kind wunderbare Geschichten gehört hat. Zu dem sie abends immer gebetet hat. Und von dem sie oft gesungen hat – Klara hatte eine schöne Stimme und konnte sogar Orgel spielen. 

Klara war auch kritisch und ließ sich nichts weismachen. Ihr Gesicht veränderte sich, wenn sie zornig war. Und wurde wieder freundlich, wenn sie sich Luft gemacht hatte.

Ja, so war sie, unsere Klara! Im Kirchenchor, im Gottesdienst und beim Gemeindefest – überall war sie dabei.

Und dann war immer mal jemand bei ihr, als es zu Ende ging. Die Nichte oder jemand aus der Kirchengemeinde. Sie war bis zuletzt nicht einsam.

Beim Abschied saß vorn die Familie, dahinter die Großfamilie, die Plätze reichten nicht. Und als der Kirchenchor sang, wurde die Trauerhalle geflutet. Mit schönen Liedern voller Hoffnung.

Clara war nicht einsam. Die Familie war da und die Großfamilie. Und der Ich-bin-da-Gott. Und der bleibt weiter bei ihr…

 

Eine gute Nacht

wünscht Angela Fuhrmann, Ev. Pfarrerin in Gotha

 

 


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