Glänzende Aussichten

Einen andern Glanz hat die Sonne, einen andern Glanz hat der Mond, einen andern Glanz haben die Sterne, schreibt Paulus in der Bibel. Schön, oder?

Ein klarer Abendhimmel hat mich von Kindheit an das Staunen gelehrt. Dieses Glänzen, Funkeln, Glitzern, Leuchten und Strahlen!

Auch wenn vieles erforscht ist: Wir wissen längst, dass der Mond, der milliardenalte Erd-Begleiter, nicht selbst leuchtet. Dass sein Glanz der Abglanz der Sonne ist. Er zieht meine Blicke magisch an, wenn er rund und schön zu sehen ist. Oder als schmale Silber-Sichel.

Auch wenn ich weiß, dass manche Sterne, die ich am Novemberhimmel sehe, vielleicht schon erloschen sind – sie sind immer noch glänzende Schönheiten in Blau, Rot, Orange und Gelb. Grüßen aus alter Zeit.

Auch wenn ich gelernt habe, dass unsere Sonne ein Standard-Stern ist unter vielen. Sie bleibt ein großes, helles, heißes Wunder.

Vieles ist erforscht. Und es bleibt, was es ist: Wundervolles, geheimnisvolles Kunstwerk. Glänzt her aus längst vergangener Zeit und hin in Zeiten, die noch kommen werden.

Es glänzt und glänzt. Überwältigt mich und meinen Verstand: Diese Schönheit, diese Weite, dieses Zusammenspiel!

Dahinter muss eine Macht stehen, eine Intelligenz, der ich vertrauen kann. Etwas Großartiges, was mich einhüllt, jemand, der mich in seine weiten Arme nimmt. Und mir ins Herz flüstert, dass nichts und niemand verloren ist.
Dass alles zusammengehört: Das Damals, das Heute, das Morgen.

Gute Nacht
wünscht Angela Fuhrmann, Pfarrerin in Gotha