Gottes Nase

Es riecht nach gebrannten Mandeln, Glühwein und Vanillekipferln. Es ist Advent. Mit den Düften kehren Erinnerungen zurück. Lassen sich nieder. Machen das Herz warm und die Seele weit.
Die kleine Küche, die sie in eine Backstube verwandelt haben. Die Kinder mit beiden Händen im Teig. Genüsslich kneten sie, lecken die Finger, rollen mit dem Nudelholz den Teig aus. Es werden Sterne ausgestochen und Herzen und Weihnachtsmänner. Und dann mit Zuckerguss und bunten Streuseln verziert. Das ganze Haus duftet. Es ist ein Duft nach Erwartung und ihrer großen Schwester, der Hoffnung.
Hoffnung nach einer Zeit, in der kein Streit herrscht, kein Hasten und Eilen, keine Traurigkeit. Nach einer Zeit, in der das Leben einfach nur schön ist und wundervoll duftet.
Gerüche verwandeln die Welt und so erzählt es die Bibel, sie verwandeln auch Gott. Nach der großen Sintflut steigt Gott der Geruch des Dankopfers der Menschen in die Nase. Und er öffnet seine Sinne und lässt sich bewegen.
Und – so heißt es in der Geschichte – Gott roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen... Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“
Gott verlässt sich auf seine Nase und beginnt von vorn.
Eine gute Nacht wünscht Pfarrerin Dorothee Land, evangelisch und aus Erfurt.