14.05.2019
Große Frauen

Klötzchen aus Holz in unterschiedlichen Größen und Formen, rot, grün, gelb, weiß, blau. Geniale Idee für ein Spiel, das es seit fast hundert Jahren gibt.

Ein Schiff, ein Haus, ein Turm, alles lässt sich daraus bauen.

Entwickelt hat diesen Schiffsbaukasten Alma Buscher. Das sagt Ihnen nichts?

Bis vor kurzem kannte ich diesen Namen auch nicht. Erst durch das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus bin ich drauf gestoßen.

Alma Buscher gehörte zu den Frauen, die am Bauhaus studierten. Gleichberechtigt sollten sie sein, wie die Männer. So der Anspruch. Als sie es dann wirklich einforderten, nicht nur in der Weberei arbeiten wollten, ging das den Männern dann doch zu weit. Sie hatten Angst um ihren Ruf.

Einige Frauen erkämpften sich trotzdem die Aufnahme in die Metall- und Holzkunstklasse und haben Großes geleistet. Der Ruhm blieb ihnen verwehrt.

Ihre Namen gerieten in Vergessenheit: neben Alma Buscher, auch Lotte Beese, Marianne Brandt, Gertrud Arndt, Gunta Stölzl. Alles tolle Frauen.

Letztere war die einzige Meisterin im Bauhaus. Als sie eine Tochter bekommt, bringt sie die mit in die Werkstatt und stillt sie dort. Ein Tabubruch, den sie bewusst in Kauf nimmt. Für sie war klar: Führungsposition und Mutterschaft, das geht zusammen.

Sie und all die anderen – sie sind Wegbereiterinnen für Gleichberechtigung.

Ihre Namen sollen genannt, ihre großen Leistungen gewürdigt werden, erinnert in dieser Nacht Pfarrerin Dorothee Land, evangelisch und aus Erfurt.


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