18.04.2016
Ich denke an dich

Auf ihrem Küchentisch lag noch der Brief aus dem Krankenhaus. Vor fünf Tagen hatte sie ihn ganz unbefangen geöffnet. Auf den Inhalt war sie nicht gefasst. Der Befund mache eine weitere Untersuchung nötig. Und dann stand da noch: „In den meisten Fällen stellt sich der Erstverdacht als unbegründet heraus. Aber man müsse eben sicher gehen.“
Sicher gehen! Das ging ihr seit dem nicht mehr aus dem Kopf. Was, wenn sie eine von denen war, wo dann nichts mehr sicher war?
Am liebsten hätte sie sich eingeigelt. Augen und Ohren zu. Nichts mehr sehen, nichts mehr hören. Ihre beste Freundin kam. Da hat sie geredet. Sich die ganz Angst von der Seele geredet. Die Freundin sagt ihr zum Abschied: Ich denke an dich! Das tat unendlich gut. Zu wissen, auch wenn nicht immer jemand da ist, da denkt jemand an dich. Du musst da nicht allein durch. Du bist nicht allein mit der Ungewissheit, der Angst.
„Ich denke an dich.“ So ein einfacher Satz. So ein scheinbar unbedeutender Satz mit so großer Wirkung. Was wir da einander Gutes tun können.
„Ich denke an dich.“ So wie Gott, der sich in der Bibel mit dem Namen vorstellt: „Ich bin da.“ Ich freu mich, wenn dir das Herz überläuft vor Glück. Ich bin da, wenn dich die Verzweiflung fest im Griff hat. Ich denke an dich. Immer und immer wieder.
Auch in dieser Nacht tut das so gut zu wissen.
Eine ruhige Nacht wünscht Ihnen Pfarrerin Dorothee Land von der evangelischen Kirche aus Erfurt.


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