04.04.2016
Jesu Schwester und die Auferstehung

Es ist immer noch Osterzeit.
Sie feiern, dass Jesus auferstanden ist.

Ich hab's geahnt, denkt sich Hannah, die Schwester von Jesus.
Ich hab keine Ahnung, was Auferstehung ist oder sein soll.
Aber ich hab's geahnt, dass Jesus nicht aufzuhalten ist.
Ich hab ihn geliebt, meinen Bruder, und verehrt und für ihn geschwärmt. Ich weiß nicht, ob er mich überhaupt gesehen hat, ich bin 8 Jahre jünger, und gerade als Kind macht das viel aus. Und als ich mich dann besser erinnern konnte, dann war er schon kaum noch da. Jedenfalls kaum bei uns im Haus. War eher bei Vater in der Werkstatt und abends oft noch bei den Gelehrten in der Synagoge. Vor allem am Schabbat.
Ob er heilig war? Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist er seinen Weg gegangen. Und ich habe ihn verehrt und wollte auch mit dabei sein. Er hat nie gesagt “Du bist noch zu jung, Hannah“, oder „Das verstehst Du noch nicht“. Als ich ihn drum gebeten habe, hat er mich mitgenommen – in die Synagoge und zu seinen Freunden.
Dann ist er ganz weggegangen von zu Hause. Ich habe nicht verstanden, warum er so radikal wurde. Aber vielleicht muss man manchmal deutliche Schnitte machen, wenn einem etwas wirklich wichtig ist. Wenn es um die Liebe geht.

Mich wundert's nicht, dass er sich vom Urteil anderer Menschen nicht aufhalten ließ. Dass auch so etwas wie der Tod seiner Freiheit und seinem Leben nichts anhaben konnte.
Ist es das, was sie meinen, wenn sie sagen, dass er auferstanden ist?, fragt sich Hannah, Jesus' Schwester.

Eine Gute Nacht wünscht Ihnen
Pfarrerin Elisabeth Wedding aus Jena


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