04.04.2016
Jesu Vater und die Auferstehung

Es ist immer noch Osterzeit.
Sie feiern, dass Jesus auferstanden ist.

Ich verstehe das nicht, sagt Josef, sein Vater.
Aber ich glaube, ich habe meinen Sohn nie richtig verstanden.
Ist ja sowieso manchmal nicht einfach, zwischen Vater und Sohn.
Und zwischen mir und meinem Sohn Jesus war es das noch nie.
Von Anfang an nicht:
Die Sache mit Marias Schwangerschaft hat Maria und mich völlig überrumpelt.
Aber ich habe mich gefreut auf unser Kind.
Und eine zeitlang dann, später, als er von mir das Zimmern und Tischlern lernte und wir Tag für Tag in der Werkstatt zusammengearbeitet haben, da waren wir uns ganz nahe. Jedenfalls für mein Gefühl.
Vielleicht hat er das ganz anders empfunden. Hat sich seinen Teil gedacht, hat sich immer wieder an die Männer in der Synagoge gehalten, hier bei uns um die Ecke.
Weil sein himmlischer Vater ihm wichtiger war.

Eines Tages ist er gegangen. Er war schon ein erwachsener Mann.
Er ist gegangen und hat sich verabschiedet mit den Worten: „Wer Vater und Mutter nicht verlässt, der ist nicht gemacht für den Himmel.“
Ich habe ihn nicht verstanden. Es ging ihm doch gut bei uns.
Ich habe nicht verstanden, warum er diese Freunde um sich geschart hat. Und sich mit den führenden Männern unserer Religion angelegt hat. Immer wieder diskutiert, keine Auseinandersetzung gescheut. Früher war er doch so still gewesen...
Das musste böse enden. Ich habe es kommen sehen.

Jetzt ist er auferstanden, sagen sie.
Ob ich ihn wiedersehen werde?, fragt sich Josef.

Eine Gute Nacht wünscht Ihnen
Pfarrerin Elisabeth Wedding aus Jena


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