Kopf hoch, Zukunft naht

Es ist Abend. Überall glitzern Lichter. Die Stadt ist voll. Viele Menschen, die irgendwohin unterwegs sind.
Ich bleibe stehen. Schaue ihnen zu. Ich sehe die Frau, an der einen Hand das quengelnde Kind, in der anderen die volle Einkaufstasche. Der junge Mann, er ist versunken in sein Smartphone. Die ihm entgegenkommen, weichen ihm aus. Ein altes Ehepaar. Sie hat sich bei ihm untergehakt. Ihren Schritten ist anzusehen, dass das Leben Kraft gekostet hat. Eine Radfahrerin saust vorbei. Geschickt bahnt sie sich einen Weg durch die Menge. Auf der anderen Seite sitzt an die Hauswand gelehnt eine Frau. Schon oft habe ich sie hier gesehen, in der Hand einen Pappbecher. Ab und an wirft einer eine Münze hinein. Eine Gruppe Jugendlicher läuft vorbei. Voll bepackt mit Geschenktüten. Ob das Sachen sind, die sie verschenken wollen? Oder ist bei ihnen schon Weihnachten?
Menschen im Advent, unterwegs im Glitzern der Lichter. Angestrengt, in sich versunken, erschöpft, eilig, bedürftig, ausgelassen. Sie gehen, laufen, hetzen, eilen. Ich sehe nur von außen. Ihre Herzen bleiben mir verborgen. Aber ich ahne, dass jeder und jede eine Sehnsucht in sich trägt. Sehnsucht, dass es mehr geben möge als das, was vor den Füßen liegt.
Kopf hoch, Zukunft naht. Gott macht sich auf den Weg in unsere Herzen. Jetzt im Advent. Könnt ihrs sehen?
Eine gute Nacht wünscht Dorothee Land, evangelisch und aus Erfurt.