Licht aus der Krippe

Weihnachten ist lange vorbei.

Eines allerdings haben wir nicht eingepackt: Das ist das Licht aus der Krippe.

Eine kleine Kerze, die die Szene erleuchtet und mit ihrem Licht die einzelnen Figuren überhaupt erst erkennen lässt.

So, wie man es auf alten Bildern auch sehen kann und sich gelegentlich wundert: Wo denn hier die Lichtquelle ist. Und wieso mitten in der Heiligen Nacht es doch so hell werden kann.

„Das Licht scheint in der Dunkelheit – und die Dunkelheit kann es nicht bezwingen.“

Und vielleicht geht es vor allem darum im Leben überhaupt: Wie sich Licht und Dunkel, Freude und Schmerz, Lust und Frust in einem Menschen miteinander verbinden.

Das Licht aus der Krippe – leuchtet es noch bei Ihnen? In Ihnen?

Dieses Jahr hat irgendjemand bei uns die kleine Krippenkerze in eine Schale gestellt. Damit sie nicht auf den Boden tropft.

Es ist eine einfache Schale, wie eine gebogene Hand, so groß, aus Keramik, ganz dünn gegossen, dunkel und unscheinbar von außen. Innen ist sie mit Blattgold bezogen. Die Kerze darin erweckt sie zu einem ganz eigenen Glanz, einem gebrochenen Zauber, einer besonderen Wärme.

Dieses Licht bleibt; es steht jetzt auf dem Küchentisch, mitten im Gewusel unseres Alltags, zwischen Morgenmuffel und Streit, beim Schneiden der Zwiebel und Umrühren des Kaffees. Es leuchtet, und ganz manchmal denken wir daran, woher es kommt.

 

Dass es auch für Sie im Dunkeln immer ein Licht gibt,

wünscht Ihnen Pfarrerin Elisabeth Wedding aus Jena