Mein Schlüsselbund

Mein großes Schlüsselbund. Da sind alle Schlüssel dran, die ich brauche: Wohnung, Keller, Waschküche, Fahrrad, Büro. Und über die Jahre haben sich auch noch einige Anhänger daran gesammelt. Ein aus Perlen gefertigtes Nashorn von einer Reise nach Südafrika, ein kleiner Flaschenöffner, ein Filzband von einem Festival, ein Einkaufschip. Manche lächeln, wenn sie es sehen: Was schleppst du denn da alles mit dir rum?

Keine Frage, ich könnte auch alles fein säuberlich trennen. Hier die Schlüssel für den Dienst, da die fürs Private. Und die Anhänger einfach in eine Schatulle zum Aufheben. Aber irgendwie ist mir dieses Sammelsurium ans Herz gewachsen. Wenn ich es in meine Manteltasche rutschen lasse oder in den Rucksack lege, dann stellt sich das Gefühl ein, gut für den Alltag und seine Herausforderungen gewappnet zu sein. Weil dieses Schlüsselbund mehr ist als die Funktion jedes einzelnen Teils.

Es sind Schlüssel zu meinem Leben. Zu den Orten, an denen ich arbeite, zu Räumen, in denen ich mich entspannen kann, zu Schlüsselmomenten, an die ich gern zurück denke.

Ich brauche solche Zeichen. Zeichen, die mich über das hinaus weisen, was vor Augen ist. Die mich verbinden mit dem, was meinem Leben Halt und Sicherheit gibt.

Sie haben bestimmt auch solche Dinge. Sie in die Hand zu nehmen, lässt uns einen Moment innehalten – und spüren, was uns Halt und Sicherheit gibt.

Jedenfalls wünscht Ihnen das Pfarrerin Dorothee Land, evangelisch und aus Erfurt.