15.05.2020
ohne Radiergummi

Als Kind zeichnete ich gern. Ein weißes Blatt Papier, Bleistift, Radiergummi. Das genügte. Allerdings waren meine Striche oft schneller als meine Phantasie. Da musste dann mein Radiergummi ran. Der radierte die Striche weg und ich zeichnete neue. Manchmal blieb allerdings eine kleine Spur auf dem Papier zurück. Eine Druckspur vom Stift. Und die konnte ich nicht wegradieren. Die blieb sichtbar.

Heute zeichne ich nicht mehr. Aber ein Radiergummi liegt immer noch auf meinem Schreibtisch. Und daneben steht ein Bild. Darauf steht: „Leben ist zeichnen ohne Radiergummi “. Bild und Radiergummi erinnern mich an krumme Lebenslinien, die ich nicht wirklich ausradieren kann.

In meinem Leben ist manches passiert, das ich gerne wegradiert hätte. Aber das geht nicht. Ich muss lernen, mit Fehlern zu leben. Auch kann ich nicht wegradieren, was in meinem Leben krumm lag.

Ich kann aber versuchen, Fehler, so gut es geht, in Ordnung zu bringen und auch andere bitten, mir zu verzeihen. Dennoch wird manches schief bleiben, und sei es meine Erinnerung daran.

Da finde ich den Spruch tröstend: „Leben ist Zeichnen ohne Radiergummi “, denn Fehler gehören zum Leben dazu. Das ist mühselig. Aber menschlich.

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Das verspricht Gott. Und - das macht Mut!

Eine ruhige Nacht wünscht Ihnen Pfarrer Christoph Knoll, evangelisch und aus Erfurt


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