30.01.2020
Ordnung

„Ordnung ist das halbe Leben.“ sagt der Volksmund. Das stimmt, allerdings nicht für meinen Schreibtisch. Da steht die Kaffeetasse auf Unterlagen, da liegen Stifte, Kalender, Brille. Das ist mein kreatives Chaos. Und so fragt mich regelmäßig meine Partnerin: Willst du nicht mal…? Nein, will ich nicht. Mein Chaos hat Struktur.

Natürlich weiß ich, dass eine gewisse Ordnung das Leben einfacher macht, z.B. wenn es um Regeln und Maßeinheiten geht oder um Systeme für Dokumente im PC. 

Aber dennoch. Wenn Ordnung das halbe Leben ist, was ist dann die andere Hälfte? Unordnung?

Egal welche Antwort ich darauf gebe – eine Hälfte bleibt übrig. Eine geordnete Hälfte und dann eben auch die andere. Das gefällt mir! Leben ist ja schließlich mehr als nur Ordnung.

Im biblischen Buch der Weisheit wird Gott der Schöpfer dafür gelobt, dass er alles „nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet“ (Weish.11,20b) hat.  Gott brachte Ordnung in das, was in Unordnung war. 

Nein, ein Ordnungsfanatiker ist Gott nicht, aber er kreiert einen Lebensrahmen, in dem ich mich frei entfalten kann. Das gibt mir Stabilität im Leben. Deshalb kann ich beides: strukturiert und chaotisch sein; halbe Ordnung halten und den Rest vom Leben leben.

Und so sitze ich mit meiner Kaffeetasse am Schreibtisch und freue mich: über die Ordnungen Gottes und über mein Chaos. Beides zusammen macht mein Leben gut.

Eine gute Nacht wünscht Pfarrer Christoph Knoll, evangelisch und aus Erfurt


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