22.04.2019
Ostermontag

Sie sitzen im Auto und fahren nach Hause.

Die beiden reden und blicken auf den Tag zurück.

Sie hatten ihren alten Onkel besucht.

Sie hatten den Ostermontag genutzt, um sich endlich einmal auf den Weg zu ihm zu machen.

Er lebt in einer Seniorenresidenz und ist dort gut versorgt.

Natürlich freute er sich sehr, als sie kamen.

Ihr schlechtes Gewissen war schnell vergessen und sie hatten mit ihm geredet, wie immer, als seien sie erst vor Kurzem bei ihm gewesen.

Sie hatten Kuchen mitgebracht und eine der Schwestern dort hatte Kaffee ausgeschenkt.

So saßen sie gemeinsam mit ihm am Tisch.

Der Onkel erkundigte sich nach allem.

Und freute sich besonders über die Bilder des Enkels, der vor Kurzem geboren war.

„Ich werde ihn wohl nicht mehr aufwachsen sehen“, sagte der Onkel.

Aber es klang nicht traurig.

Und dann sagte er, mehr für sich:

„Bald werde ich verstehen, was das alles hier bedeutet.“

Die beiden hatten sich fragend angeschaut.

Was sollten sie dazu sagen?

Sie schwiegen.

Aber nun auf der Heimfahrt kommen sie im Gespräch noch einmal auf diesen Satz. Ihr Mann fragt sie: „Denkst du, einmal wirst du alles verstehen?“

Zögernd sagt sie: „In dem anderen Leben, das danach beginnt, wenn hier alles zu Ende ist.

Er hat nicht mehr viel Zeit, er nimmt Abschied.“

Er fragt sie:„Ist das nicht furchtbar?“

„Nein, du siehst doch, er freut sich.“

„Verrückt!“, sagt er.

„Nein“, sagte sie, „Das ist Ostern, das ist die Hoffnung!

Einmal werden wir alles verstehen.“

Eine gute Nacht wünscht ihnen Pastorin Katarina Schubert von der evangelischen Kirche in Kamsdorf.

 


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