08.04.2019
Seifenblasen

Ich sitze am Fenster. Mein Blick fällt hinaus auf die Kirche gegenüber. Ein wunderbarer Bau im Stil der italienischen Renaissance. Erhaben und gewichtig. Mit einem wuchtigen Turm. Die Kirche prägt den Platz vor meinem Haus. Da steigen plötzlich Seifenblasen durchs Bild. Erst eine, dann noch eine. Kleine und große. In ihnen bricht sich das Sonnenlicht in tausend Farben. Die Kirche erscheint nun in einem ganz anderen Licht. Ganz leicht. Jetzt tanzen die Seifenblasen in den Himmel hinauf. Viel höher noch als der Turm steigen sie hinauf und heben meinen Blick zum Himmel. Leicht und zart. Sie verbinden Himmel und Erde und ich sende mit den Seifenblasen ein Gebet hinauf. Lege die schönen und die schweren Gedanken in die zarten Blasen hinein.

Jetzt werde ich neugierig. Wer macht hier so wunderbare Seifenblasen? Ich öffne das Fenster und sehe hinunter. Unten im Kaffee sitzt ein kleines Mädchen. Knallrote Jacke, bunte Gummistiefel, eine Dose in der Hand. Sie schaut gleich zu mir nach oben. Mit ihrer Zahnlücke grinst sie mich an. Jetzt hält sie mir die Seifenblasen hin: „Willst du auch mal?“. Warum nicht. Schöne Idee, denke ich. Es ist gar nicht schwer, Menschen wie mich zum Träumen zu bringen. Kann man sich eigentlich in den Himmel träumen? Ich ziehe mir die Schuhe an und gehe zu ihr nach unten. Zeit zu träumen.

Träumen auch sie schön! Eine gute Nacht wünscht Ihnen Pfarrer Ramón Seliger, evangelisch und aus Weimar.


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