19.05.2020
Singen distanzlos

Sie geht nicht so oft in die Kirche. Die Arbeit lässt ihr nicht viel Luft und am Sonntag früh ist sie einfach zu müde.

Aber jetzt ist alles anders. Die Praxis ist noch zu und keine Kurse... Irgendwie genießt sie das auch: So durch die Stadt schlendern, ohne Termine, ohne Ziel. Sie schaut, welche Geschäfte wieder geöffnet sind. Die Leute huschen scheu und mit Abstand aneinander vorbei. Kaum bekannte Gesichter. Vielleicht erkennt sie sie auch nicht gleich hinter dem Mund-Nasen-Schutz?

Die offene Kirchentür kommt ihr gerade recht. Sie schaut hinein und freut sich über die kleinen kreativen Angebote:

Schöne Gebete, Segensworte und bunte Hoffnungssteine zum Mitnehmen…

An einer großen Kerze vorn liegen kleine Osterkerzen als Geschenk – sie wusste noch gar nicht, dass die Osterzeit bis Himmelfahrt geht…

Sie lässt sich mit einem leisen Seufzer auf eine Bank fallen. Genießt dann die Schönheit des Raumes und den Klang der Stille. Hat sie das schon mal erlebt, eine Kirche ganz für sich? So ganz allein mit ihrem Gott?

Der Kirchenraum, die Akustik, die Gottesnähe … Sie überlegt nicht lange. Sie singt! Sie singt einfach los. „Ich bete an die Macht der Liebe“, ein altes Lied, das sie von ihrer Oma gelernt hat. Sie singt laut. Alle Strophen, die ihr einfallen. Sie ist sich nicht sicher, ob es wirklich schön klingt. Aber sie weiß, dass Gott es schön findet. Und ihr tut es so gut!

Eine gute Nacht ganz in Gottes Nähe

wünscht Angela Fuhrmann, Ev. Pfarrerin in Gotha


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