18.04.2016
Um-die-Ecke-Gucker

Um-die-Ecke-Gucker heißt das kleine Dinge. Eine lustige Spielerei. Es sieht aus wie ein zu kurzgeratenes kleines Fernrohr. Du siehst hinein, erwartest das zu sehen, was vor dir liegt. Weit gefehlt. Du schaust um die Ecke, so als ob du den Kopf gewendet hast. Du bist überrascht von dem, was du siehst.
Um-die-Ecke-Gucker – manche Menschen sind so. Sie sind neugierig. Sie können anders sehen. Sie verändern eingeübte Sichtweisen. Wenden den Blick. Entdecken Unerwartetes.
Mein Kollege ist für mich so ein Um-die-Ecke-Gucker. Seit ich seine Worte gehört habe, sehe ich vieles anders. Neulich hat er aufgezählt, wofür er alles dankbar ist. Aber eben ganz anders als gewohnt.
„Ich bin dankbar für die Steuern, die ich zahle, weil das heißt, ich habe Arbeit und Einkommen. Ich bin dankbar für die Hose, die zu eng sitzt, weil das bedeutet, ich habe genug zu essen. Ich bin dankbar für das Chaos und den Abwasch nach der Party, weil das heißt, es gibt Menschen, die gern mit mir feiern. Ich bin dankbar für Straßensperrungen wegen einer Demo, weil das bedeutet, dass ich in einem Land lebe, in dem frei die Meinung geäußert werden kann.“
Sehen, was ich habe und weniger beklagen, was mich nervt und was mir fehlt. Ja, das hat so einen Hauch von Leichtigkeit. Das zaubert ein Lächeln aufs Gesicht.
Ich gucke jetzt öfter mal um die Ecke.
Ein Lächeln für die Nacht wünscht Ihnen Pfarrerin Dorothee Land von der evangelischen Kirche aus Erfurt.


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