Vorbei

Nun ist das Reformationsjahr vorbei. Der Reformator hat seine Thesen angeschlagen. Naja, fast vorbei. Noch eine kleine Zahl an Veranstaltungen. Dann wird’s wieder ruhiger um Luther.
Dabei wird mir deutlich: Während das Reformationsjahr zu Ende geht, fing es vor 500 Jahren erst richtig an! Die Thesen waren nur der Auftakt. Die Reformation kommt erst noch. Und ahne: Damit kommen auch wieder Reformationsjubiläen auf uns zu!
Für die nächsten Jahre gibt’s erstmal Entwarnung. 1519 die Leipziger Disputation. Dass sollen mal die Sachsen feiern.
Doch spätestens in vier Jahren geht’s wieder los. Auf dem Rückweg vom Reichstag erreicht der Reformator unser Sendegebiet. Vogelfrei. Und ich freue mich schon auf seine Entführung. Die Verwandlung in Junker Jörg auf der Wartburg. Er wird das Neue Testament übersetzen, Tintenfässer an die Wand werfen oder auch nicht: egal! Wir werden das feiern!
1524 dann im Saaletal. Der Reformator ist inzwischen zur Respektsperson geworden. Nicht aber für die Bürger von Orlamünde. Die halten zu ihrem Pfarrer Karlstadt und verjagen den Luther.
In neun Jahren kommt Thomas Müntzer in den Blick. Allstedt und Mühlhausen werden ihre Jubiläen feiern.
Überhaupt: Die Reformation erreicht die Fläche. Neustadt Orla, Eisenach, Gotha, Altenburg sowieso. Kaum ein Ort, der in den kommenden Jahren nicht das eigene Reformationsjubiläum feiern wird.
Ich breche ab. Lokale Erinnerungen, schöne Termine. Und trotzdem: Wir Evangelischen gönnen uns jetzt erstmal eine Reformations-Pause. Denn Pausen helfen, zu verarbeiten. Auszuruhen. Dann finden wir unsern Weg leichter. Denn: Reformation geht weiter. Erinnere dich, damit du weißt, worum es eigentlich geht.
Eine geruhsame Nacht wünscht Ihnen Pfarrer Tobias Schüfer, evangelisch und aus Erfurt.