Weihnachts-Bewegung

Maria versteht nichts. War alles zu viel. Der weite Weg und diese Not-Unterkunft hier. Dann die Geburt und – Gott sei Dank – da ist nun das Kind. Und es schreit und alles ist gut irgendwie…

Und: Es muss etwas dran sein, an diesem winzigen Bündel. Warum sonst das Leuchten, das Licht hier, warum sonst die Leute, die sie nicht kennt, die einfach so kommen und staunen und freundliche Worte stammeln?

Sie versteht nichts, nur: Es bewegt sie! So warm, so hell, so wunderbar alles und dieses Kind auf dem Arm!
Als ob alles abfällt, was sich eben noch wie Blei anfühlte, was das Herz schwer machte und ängstlich. Als ob es so leicht wird, das Herz, dass sie tanzen möchte und springen vor lauter Glück.

Und nicht nur sie: Dieses Kind, dieses Engel-Licht, diese Hirten, die staunen und beten – wen könnte das kalt lassen?

Es wird sie bewegen. Auch wenn sie sich wundern und nichts erklären können.
In Bethlehem damals und heute. Aber auch in Jerusalem und in Berlin. Und in Aleppo und in Waltershausen.

Dieses Kind wird sie bewegen, vielleicht sogar dich heute, trotz aller Zweifel, trotz aller Fragen.

Ja, das Kind ist so klein und deine Sehnsucht so groß, größer noch als die Sorgen und alle Enttäuschung, größer noch als die Furcht vor dem Morgen und dem Übermorgen.
Es ist ja geboren gegen die Furcht und für alles Volk. Also auch für dich und für mich und damit es uns weiterbewegt hin zum Frieden auf Erden. Und auch zum Frieden tief in dir drin.

Eine gute Weih-Nacht!
wünscht Angela Fuhrmann, Pfarrerin in Gotha