25.12.2020
Weihnachtsminimalismus

Bei meinen diesjährigen Weihnachtsplänen habe ich mich an den Reisebericht eines Ehepaares erinnert:

Bei ihrer Tour quer durch Amerika waren sie zu Weihnachten gerade in Brasilien. Sie gingen abends in eine kleine Kirche. Davor glitzerte ein riesiger Weihnachtsbaum, bestehend aus jeder Menge bunter Glühbirnen.

In der Kirche war alles grell erleuchtet und es waren nur wenige Menschen versammelt. Eine Krippe gab es nicht und auch kein Krippenspiel. Immerhin, es wurde auf Portugiesisch „Stille Nacht“ gesungen, begleitet von einer Gitarre und wie ein Popsong. Der Priester redete viel und sie verstanden fast nichts. Alles wirkte nicht besonders feierlich.

Enttäuscht gingen sie zurück zu ihrem Wohnmobil. Und dann wurde es doch noch für sie Weihnachten: Sie holten ein Teelicht und das Transparent heraus, das ihnen ihre Tochter mitgegeben hatte. Und haben zusammen einfach nur die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel gelesen.

Bei meinen diesjährigen Weihnachtsplänen habe ich mich an diesen Reisebericht erinnert. Und mich gefragt: Wie viel Weihnachten brauche ich eigentlich? Worauf kann ich verzichten und worauf nicht?

Eigentlich liebe ich ja alles: Die volle Kirche, die Krippenspiele, die Weihnachtslieder. Aber wenn ich schon den Rotstift nehmen muss: Ich kann auf alles verzichten, nur nicht auf diese alte Geschichte aus der Bibel. Und vor allem nicht auf den Engel-Satz: Fürchtet euch nicht!

Eine gute Nacht und eine furchtlose Weihnachtszeit wünscht

Angela Fuhrmann, ev. Pfarrerin in Gotha


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