Weltgebetstag

In vielen Kirchengemeinden haben heute Abend wieder Menschen den Weltgebetstag gefeiert. Sie haben Lieder gesungen und Berichte gehört, vorbereitete Texte von Frauen, diesmal aus Surinam.

In allen Gemeinden gibt es für diesen Gottesdienst ein- und dasselbe Programm. Danach gibt es Essen nach Rezepten des jeweiligen Landes. Am Ende wird gesammelt für Projekte.

Meine Freundin kann mit diesem Gottesdienst nichts anfangen. „Wie da Leute, die sonst keinen Blick für die Assi-Kinder im Dorf haben, so tun, als würden sie die Welt retten, wenn sie fremde Lieder singen und spenden – das ekelt mich an! Sollen sie ruhig feiern, aber Nächstenliebe fängt zu Hause an.“

Ich bin euren Feiertagen gram! Hat der Prophet Amos einst gesagt. Lasst eure Opfer und Gebete stecken, denn solange wie ihr eure Armen unterdrückt, solange will ich von euch nichts hören und haben.

Es ist schön, wenn wir den Blick über den Tellerrand wagen. Es ist schön, wenn wir für Projekte in fernen Ländern spenden, aber Nächstenliebe fängt schon zu Hause an.

Fangt zu Hause an, hat Amos gesagt. Fangt bei dem Menschen an, der abends neben euch liegt. Fang bei deiner Schwester an, mit der du im Clinch liegst. Fang bei ihr an. Denn wer seinen Nächsten rettet, der rettet die ganze Welt.

Eine gute Nacht wünscht Ihnen Pfarrerin Kristin Jahn, Superintendentin im Kirchenkreis Altenburg.