05.04.2019
Wohlfühlwerkstatt

Mein Mixer hat den Geist aufgegeben. Fünf Jahre lang hat er treue Küchen-Dienste geleistet. Ohne Widerspruch. Obwohl er oft überlastet war mit Dienstleistungen, für die er nicht geschaffen ist: 

Nüsse, Ingwer und Möhren zu Smoothies verarbeiten…

Fünf Jahre lang hat er das mitgemacht. Dann hat er sein Arbeits-Tempo verringert und begonnen, während des Dienstes zu qualmen. Bis eines Tages beim Kartoffelbrei gar nichts mehr ging.

Was nun? Einen neuen Mixer kaufen, finde ich nicht schlimm. Ich kann es mir leisten. Es macht sogar Spaß, neue Modelle zu begutachten, Leistungen und Preise zu vergleichen.

Aber da ist auch noch der alte Mixer. Wohin mit ihm? Ab in den Hausmüll, Augen zu, Deckel zu? Oder lieber doch beim Wertstoffhof abgeben? Wer garantiert mir, dass mein Mixer dann nicht in Ghana auf einer giftig-stinkenden Deponie landet? Wo Kinder mit bloßen Händen für ein paar Cent Wiederverwertbares aus alten Geräten heraus fummeln?  

Ich habe Glück. Jemand erzählt mir vom Reparatur-Service im Mehrgenerationenhaus. Mit meinem Mixer in der Tasche betrete ich eine echte Wohlfühl-Werkstatt: Der Raum ist gefüllt mit schwatzenden, Kaffee-trinkenden Leuten und Freaks, die vertieft sind in das Innenleben von alten Druckern oder Bügeleisen.

Mein Mixer kann gerettet werden. Beschwingt gehe ich nach Hause. Mit der verwegenen Hoffnung, dass Wohlfühl-Werkstätten immer größer werden und Müllhalden immer kleiner. Dass Viele etwas Kleines tun zur Bewahrung unserer großartigen Erde.

Eine gute Nacht

wünscht Angela Fuhrmann, Ev. Pfarrerin in Gotha


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