Kirche Mehlsdorf

Adressdaten


  • 15936 Mehlsdorf
    Mehlsdorf

Beschreibung


Am Rand des Kirchenkreises Bad Liebenwerda – in Mehlsdorf, Landkreis Teltow-Fläming – gibt es seit Monaten eine Großbaustelle.
Mehr als 500.000,- € Fördergelder aus dem LEADER-Programm machen es möglich, die Kirche umfassend zu sanieren. Auch der Kirchenkreis unterstützt finanziell. Hinzu kommen Gelder der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg.
Selbstverständlich ist ein Eigenanteil der Kirchengemeinde unbedingt notwendig. Hier hat der örtliche Traditionsverein Wolfstein Mehlsdorf e.V. großzüg Unterstützung zugesagt.
Für Pfarrer Michael Seifert gibt es aber eine Frage, die von den Mehlsdorfern beantwortet werden muß: Wozu das Ganze?

Kirchen sind Denkmäler. Sie sind Zeugnis der Geschichte und Tradition eines Ortes. Darum wird nach Vorgaben des Denkmalpflege gearbeitet.
Kirchen sind zuerst aber Orte der Gegenwart Gottes. Gottesdienste sind darum selbstverständlich und daran möchte Pfr. Seifert nichts ändern.
Was kann und sollte die Kirche aber noch sein: für die Mehlsdorfer und mögliche Besucher?

In den zurückliegenden Monaten gab es Gespräche dazu: Die kleine aber wertvolle Orgel in den Kirchenraum versetzen. Die Kirchenbänke durch Stühle ersetzen, um Platz für die Orgel zu haben. Um aber auch die Taufe in die Mitte der Gemeinde zu stellen – Erinnerung und Einladung.
Natürlich kann in der Kirche an die Familie von Schlomach erinnert werden. Melchior von Schlomach ließ die Kirche nach 1660 im Park seines Gutshauses errichten. Nachfahren sind in den beiden Grüften der Kirche beigesetzt.

Der Standort der Kirche - eben nicht auf dem Dorfanger - läßt manchen Ortsfremden nach der Kirche suchen. Erschwert wird dies, weil vor wenigen Tagen die sogenannte „Laterne“ des Kirchturmes abgenommen wurde. Selbst von Weitem ist die Kirche nicht zu sehen.
Die Mehlsdorfer aber kennen den Weg. Diesen Weg zum monatlichen Gottesdienst sind zuletzt wenige gegangen.
In den letzten Jahren war es aber gelungen, immer wieder Höhepunkte für das Dorf zu gestalten, bei denen auch die Kirche einbezogen war.
Daran gilt es festzuhalten und vielleicht neue Themen / Höhepunkte zu entwickeln.
Die zurückliegenden Monate mit den Corona-Beschränkungen haben das Gespräch darüber erschwert. Trotzdem bleibt die Frage: Wozu das Ganze?
Für knapp 700.000,- € wird gegenwärtig gebaut. Bei solcher Summe muss dieses Fragen erlaubt sein. Eine Kirche kann und darf nicht nur Denkmal sein.
Die Mehlsdorfer Kirche bietet wohl verschiedenen Möglichkeiten, immer wieder einzuladen. Die Mehlsdorfer müssen sich allerdings bekennen: In welche Richtung kann und soll es gehen!