St. Sixtus | Ermsleben

Die St. Sixtus - Kirche zu Ermsleben



Adressdaten


Beschreibung


Die Kirche ist dem heiligen Papst Sixtus II. gewidmet, der als Mitpatron des Stifts Halberstadt gilt. Dies legt sowohl eine enge Verbindung zu diesem Stift als auch einen frühen Ursprung der Kirche nahe. Nach einer Urkunde aus dem Jahre 1483 wird 1016 ein erster Kirchenbau erwähnt. Ob dieser am jetzigen Ort stand und als Vorgängerbau angesehen werden kann, ist nach wie vor ungeklärt. Dendrochronologische Untersuchungen eines Ankerbalkens aus dem südlichen Turmarm belegen einen Verbau im letzten Drittel des 11.Jh. (Stand 2015). Damit ist St. Sixtus die älteste sicher datierte Stadtkirche Sachsen-Anhalts.

Das jetzige Kirchengebäude hat in seiner wechselvollen Geschichte mehrere Aus- und Umbauten erfahren. Der älteste Bereich der Kirche ist ein Teil der Nordwand des jetzigen Kirchenschiffes und die dreiteilige Turmanlage. Ursprünglich schloss sich daran im Osten eine halbkreisförmige Apsis an. Darunter befand sich eine Krypta, deren Reste bei Ausgrabungen entdeckt wurden. Die beiden erhaltenen Apsidiolen im Turm wurden als Nebenaltäre genutzt. Eine urkundlich belegte Erweiterung der Kirche um 1400 kann baugeschichtlich nicht nachgewiesen werden. Erst gegen 1500 erfolgte der Abbruch der romanischen Apsis und der Neubau des heutigen Chores. In diese Zeit fällt auch das erhaltene gotische Chorgestühl. Aus dem Jahr 1567 stammt die achteckige Sandsteintaufe. 1571 kam das an der Nordseite befindliche Sandsteinepitaph für Heinrich und Katharina von Hoym hinzu. Dabei handelt es sich um ein frühes Hauptwerk von Zacharias Bogenkranz. Neben den beiden Stifterfiguren sind mehrere Reliefdarstellungen zu erkennen: das Abendmahl, die Geißelung, die Kreuztragung, die Ölbergszene und das Jüngste Gericht. Der Hochaltar wurde 1755 von Johann Caspar Krippendorf gestiftet. Auf den Außenseiten finden sich Mose und Johannes der Täufer. Im Mittelfeld ist eine Kreuzigungsgruppe dargestellt.

In der ersten Hälfte des 16.Jh. wurde das romanische Kirchenschiff im Westen und Süden in der jetzigen Form erweitert. Ein verheerender Brand 1665 machte anschließend Instandsetzungen nötig. Ein neuer Dachstuhl entstand, ein neuer Turm und eine bretterne Kassettendecke im Schiff. Die jetzige Orgel wurde 1855 vom Orgelbaumeister Voigt aus Eisleben eingebaut. Um 1901 kam es zu einer Neugestaltung im Innenraum der Kirche. Die Priechen und die obere Empore wurden entfernt und das jetzige Gestühl aufgestellt. 1911 wurde die Kanzel von Erich Braune gestiftet und von einheimischen Handwerkern angefertigt. Zur jüngsten Ausstattung der Kirche gehören die sakralen Kunstwerke von Heinrich Eugen von Zitzewitz, die im Kirchenschiff das Zentrum des gottesdienstlichen Miteinanders bilden.

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