St. Maria

Adressdaten


  • 07368 Thimmendorf
    Thimmendorf

Beschreibung


Schon früh muss der Ort eine Kapelle besessen haben. Die erste Erwähnung der Kirche fällt zwar in das Jahr 1402, doch ein vermauertes, aber außen noch sichtbares Ostfenster lässt annehmen, dass die Entstehung des kleinen Gotteshauses spätestens in die Zeit der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts fällt. Heute hat das Gebäude die Gestalt einer Chorturmkirche. Das Langhaus zeigt gotischen Einfluss. 1559 und 1676 ist die Kirche abgebrannt. Eine Kartusche über der Tür nennt 1677 als das Datum der Neuerrichtung. Der im Innern stehende Kanzelaltar dürfte in diesem Jahr oder nicht viel später entstanden sein. Er ist reich mit kräftigen, geschnitzten Blüten und Ranken verziert. Die Bilder am Kanzelkorb enthalten Bilder des Mose, Johannes des Täufers und des Herrn Christus in ovaler, ebenfalls von Blütengirlanden gerahmter Form. Über dem Altartisch befindet sich ein Abendmahlsbild, in sehr flachem Relief geschnitzt, das einem spätgotischen Altarschrein entnommen und sehr lebendig gestaltet ist. Christus ist eigentümlicherweise nicht in der Mitte, sondern seitlich in der Szene dargestellt. Über dem Altar befindet sich ein Tonnengewölbe aus Holz, das mit stilisierten Wolken bemalt ist, der Triumphbogen, der es gegen den Kirchraum abgrenzt, besteht wie auch die Kämpfer (die vorspringenden Auflagen für den Bogen) ebenfalls aus Holz. Das Langhaus ist mit Balken gedeckt, zwischen denen die Riegelbretter fischgrätenförmig eingelegt sind. Eine frühklassizistisch anmutende Taufe und ein auf dem Pfarrstuhl am Aufgang zur Kanzel stehendes Kruzifix, das vielleicht dem 18. Jahrhundert zuzuschreiben ist, vervollständigen die einfache, doch festlich wirkende Ausstattung.
An der Orgel nennt eine Plakette den Orgelbauer Georg Christoph Hofmann in Neustadt an der Haide als Erbauer. 1825 ist an dem Instrument gearbeitet worden.
Die zwei Glocken sind in Apolda gegossen, eine 1919 in Bronze, die andere 1954 aus Stahlguss.