kirchentag, DEKT, Ökumene,

05.02.2023
Eingeladen zum Fest des Glaubens

Gedanken zum KirchentagsSonntag

von Stefan Kemper-Kohlhase (ev. Pfarrer in Kläden)

"Aus den Dörfern und aus Städten, von ganz nah und auch von fern, mal gespannt, mal eher skeptisch, manche zögernd, viele gern, folgten sie den Spuren Jesu, folgten sie dem, der sie rief, und sie wurden selbst zu Boten, dass der Ruf wie Feuer lief: Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens." Dies ist ein bekanntes Kirchentagslied von Eugen Eckert aus dem Jahr 1989. Und dies Lied ist Programm für die Feier des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Eingeladen zum Fest des Glaubens! Ein freudiges Glaubensfest mit vielen tausend Menschen aus nah und fern.

Im Jahr 2023 findet der Kirchentag vom 7. bis 11. Juni in Nürnberg unter dem Motto: „Jetzt ist die Zeit!“ statt.

Doch was genau ist der Kirchentag eigentlich? Wer sich darunter vorstellt, einen Tag in einer Kirche zu verbringen, liegt vollkommen falsch. Kirchentag ist viel mehr! Fünf Tage Großveranstaltung, die Vielfältiges zu bieten haben. Bibelarbeiten mit Eckehard von Hirschhausen, der EKD-Ratsvorsitzenden Annette Kurschus oder dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier u.v.a.; dann Podiumsdiskussionen mit Vertretern aus Politik, Kirche und Wissenschaft.; den „Markt der Möglichkeiten“ oder alle möglichen Formen von Musik und Gesang. Bei ungefähr 2.000 Veranstaltungen ist für alle etwas dabei. Und es gibt nicht nur Großveranstaltungen. Teilnehmende können sich ein Programm nach den eigenen Interessen   zusammenstellen. Der Kirchentagsbewegung ist es ein großes Anliegen, aktuelle Herausforderungen in den Blick zu nehmen und Menschen eine Plattform zu geben. So werden in diesem Jahr sicher der Ukrainekrieg, die Klimakrise und der gesellschaftliche Zusammenhalt auf den Podien diskutiert werden. Kirchentag ist einmalig und eine Quelle der Inspiration für das Leben in den Heimatgemeinden! Das Allerwichtigste beim Kirchentag aber sind die Menschen selbst. Die Gemeinschaft und der Austausch untereinander stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Egal, ob allein, mit der eigenen Freundes- oder Gemeinde-Gruppe oder der eigenen Familie; einsam wird auf dem Kirchentag niemand sein.

Der Abschlussgottesdienst mit einer gemeinsamen Abendmahlsfeier mit vielen tausend Leuten ist immer der krönende Abschluss. Gern erinnere ich mich an den Abschlussgottesdienst 1997 in der Betonschüssel des alten Leipziger Zentralstadions. 95000 Teilnehmer, davon viele tausend Bläser aus ganz Deutschland. Oder den Abschlussgottesdienst auf den Elbwiesen in Wittenberg 2017.

Einen Vorgeschmack auf den Kirchentag bietet der Kirchentagssonntag, Im Kirchenkreis Stendal finden in Kläden (10 Uhr), in Badingen (14 Uhr) und Schäplitz (16 Uhr) gleich drei Kirchentagsgottesdienste statt. Dort besteht auch die Möglichkeit sich bei mir über den Kirchentag zu informieren. Herzlich willkommen und „Eingeladen zum Fest des Glaubens“.

Gebet für den Kirchentagssonntag

Gott, du siehst, was uns in diesen Zeiten bewegt, was uns tanzen und jubeln, was uns trauern und weinen lässt. Du hast alles in deiner Hand. Auch die Zeit. Auch uns. Lass uns darauf vertrauen und dich spüren. Amen.


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Alle zwei Jahre kommen über 100.000 Menschen jeden Alters, unterschiedlicher Religionen und Herkunft zusammen, um ein Fest des Glaubens zu feiern und über die Fragen der Zeit nachzudenken und zu diskutieren. Seit 1949 zieht der Kirchentag fünf Tage lang eine Stadt in seinen Bann, 2021 wieder in Frankfurt/Main. Christen in der DDR konnten zwar nicht an diesen großen Treffen teilnehmen, organisierten aber regionale Kirchentage, die auf dem Hintergrund der gesellschaftlichen Herausforderungen die Situation ernst nahmen, als Christen und Bürger in der DDR zu leben. Damit wurden die Kirchentage in der DDR zu einer der Wurzeln der Friedlichen Revolution von 1989/90.

Verantwortet werden die Kirchentage von einem Präsidium und damit verbundenen Gremien, organisiert von einem ständigen Kollegium und den jeweiligen Geschäftsstellen vor Ort, aber getragen wird die Kirchentagsbewegung von Landesausschüssen, wozu auch unser gehört.

Die beiden früheren Landesausschüsse des Deutschen Evangelischen Kirchentages von Thüringen und Sachsen-Anhalt sind seit 2015 zum „Landesausschuss in Mitteldeutschland“ zusammengeschlossen.

Der Landesausschuss besteht aus 20 Mitgliedern. Er koordiniert und plant die regionale Kirchentagsarbeit und unterstützt den gesamtdeutschen Kirchentag. Außerdem unterstützt der Landesausschuss Kreiskirchentage.

Das nächste große Vorhaben ist der 3. Ökumenischen Kirchentag vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main (https://www.oekt.de/) und die Werbung dafür. Bei den vorangegangenen Kirchentagen hatte der Landesausschuss Gruppen von Mitwirkenden und Teilnehmenden finanziell unterstützt.

Geleitet wird der Landesausschuss von einem Leitungskreis. Ihm gehören an:

  •     Vorsitz: Ilka Ißermann (Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Naumburg-Zeitz)
  •     Vorsitz: Christof Enders (Superintendent im Kirchenkreis Bad Liebenwerda)
  •     Matthias Sengewald (Diakon i.R.)
  •     Ulrike Greim (Rundfunkbeauftragte der EKM)
  •     Frank Plewka (Landesposaunenwart)

Kompetent unterstützt wird die Arbeit des Landesausschuss von unserer Sachbearbeiterin, Stefanie Hollstein.



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Kirchentag  (c) DEKT Kirchentag in Erfurt 2012  Foto: Matthias Frank Schmidt