Forschungsprojekt Schimmelbefall an Orgeln

epd Bild Steffen Schellhorn

Abschluss-Kolloquium im Augustinerkloster Erfurt

Mit einem zweitägigen Kolloquium endet das Forschungsprojekt "Ursachen des Schimmelbefalls an Orgeln" der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) am 20./ 21. November im Augustinerkloster in Erfurt. Drei Jahre lang untersuchten Experten bei einer Vielzahl von Orgeln im mitteldeutschen Raum die Ursachen der Schimmelbildung. Dazu gehörten die Bestimmung der Schimmelarten, die Renovierungs- und Wartungsgeschichte des Instruments, der bauliche Zustand der Kirche sowie Messung und Bewertung des Raumklimas.

Bei dem Kolloquium werden die Ergebnisse der Untersuchungen vorgestellt. Zudem geht es in Vorträgen um Themen wie "Schimmel in Orgeln: mikrobiologische und bauklimatische Aspekte" oder "Schimmel auf historischen Materialien und modernen Beschichtungen". Teilnehmen werden Orgelsachverständige, Orgelbauer, Restauratoren und Vertreter kirchlicher Bauämter.

Zu den Ergebnissen des Forschungsprojekts wird es am 20. November um 11.30 Uhr ein Pressegespräch im Augustinerkloster (Raum Prag) in Erfurt geben.

Ihre Gesprächspartner sind:
Stefan Große, Finanzdezernent der EKM
Christoph Zimmermann, Referent für Orgeln in der EKM
Prof. Dr. Karin Petersen, Mikrobiologin in der Denkmalpflege an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim
Uwe Kalisch, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Geschäftsführer des Instituts für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen Halle
Jens Klocke, Restaurator, Hildesheim

Start des dreijährigen Forschungsprojekts war im November 2014. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 260.000 Euro. Finanziert wurde das Vorhaben aus Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Außerdem beteiligten sich die EKM, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens und das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie an der Finanzierung. Unterstützt wurden die wissenschaftlichen Untersuchungen auch durch das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, das Bistum Erfurt, das Bach-Archiv Leipzig und den Bund Deutscher Orgelbaumeister. Im Projekt arbeiteten Fachleute der Bauklimatik, Materialkunde, Mikrobiologie, Restaurierungswissenschaften und Denkmalpflege zusammen, in enger Kooperation mit den Orgelsachverständigen der Kirchen und Denkmalfachbehörden, den Kirchengemeinden, Orgelbauern und Organisten.

Hintergrund:
An zahlreichen Orgeln in mitteldeutschen Kirchen wurde in den vergangenen Jahren vermehrt Schimmelbefall beobachtet, darunter befinden sich wertvolle Instrumente von Gottfried Silbermann, Zacharias Hildebrandt und Friedrich Ladegast. Allein im Gebiet der EKM gibt es etwa 4000 Orgeln. Es wird vermutet, dass Faktoren wie Klima, übermäßige Staubablagerung, bestimmte Baustoffe sowie Pflegemittel die Schimmelbildung beeinflussen. Als Ursachen kommen aber auch bauliche Veränderungen in der Kirche und eine veränderte Nutzung der Räume infrage.


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Rückfragen

Christoph Zimmermann, 0361-51800573


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