PM 18 | 15.02.2012
Am Aschermittwoch startet Fastenzeit zum Thema „Gut genug“

Landesbischöfin: Aktion ermutigt, zu Fehlern und Schwächen zu stehen

„Gut genug – 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz“ lautet das Motto der diesjährigen evangelischen Fastenaktion. Sie beginnt am Aschermittwoch (22. Februar) und endet am Karsamstag (8. April). Auch in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ist das Fasten für viele Christinnen und Christen ein fester Bestandteil des Kirchenjahres. Sie verzichten beispielsweise auf Alkohol, Zigaretten, Fleisch oder Gewohnheiten. Einen Fasten-Kalender mit Texten zum Nachdenken für jeden Tag sowie Kontakte zu regionalen Fastengruppen gibt es unter: www.7-wochen-ohne.de.

Ilse Junkermann, Landesbischöfin der EKM, zum Motto der Fastenaktion: „Unsere Zeit ist geprägt vom Denken, alles ginge immer noch besser. Anstelle von ,Problemen’ sprechen wir fast nur noch von ,Herausforderungen’‚ und Fehler werden lieber als Verbesserungspotential bezeichnet. Das klingt zunächst freundlicher. Aber dahinter baut sich oft ein sehr großer Druck auf: Als könnten wir alle Probleme lösen und alles bewältigen, als wäre ,gut’ nicht auch einmal ,gut genug’, als könnte man mit der nötigen Anstrengung alle Ziele erreichen. Und wir erwarten von Menschen in öffentlichen Ämtern zu Recht, dass sie Vorbild sind – und sind versucht, damit Fehlerlosigkeit zu verbinden. Die Fasten-Aktion soll dazu anregen, sich und andere realistisch zu sehen, sich und den Mitmenschen Grenzen einzugestehen und sie bewusst zu akzeptieren: Wir sind Menschen mit Stärken und Schwächen. Die Aktion will ermutigen, zu Versagen, Fehlern und Schwächen zu stehen, mit sich selbst und im Miteinander barmherzig zu sein. Statt immer mehr und alles anders haben zu wollen, gibt die Fastenzeit Gelegenheit, auf das dankbar zu sehen, was wir haben.“

Die Organisatoren der Aktion „7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz“ sind sich bewusst, dass ihr Motto in unserer Zeit wie eine Aufforderung zum Scheitern klingt. „Bildung, Schönheitsbehandlungen, Therapien: ein Heer an Dienstleistern steht bereit, um aus uns allen das Letzte rauszuholen. Das Bekenntnis zu Grenzen und Schwächen käme einer Bankrotterklärung der eigenen Chancen gleich“, heißt es in einem Kommentar zum Thema. Mit der Botschaft „Gut genug!“ rufen sie dazu auf, den Blick zu schulen für den Punkt, wo es reicht. „Dann darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten; darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks. Als Christen ist uns gesagt: Jenseits allen Werkelns hat der Mensch einen Wert an sich.“

Hintergrund Fastenzeit:
Mit dem Aschermittwoch beginnt nach christlicher Tradition die 40-tägige Vorbereitungszeit auf das Osterfest. Die Bezeichnung „Aschermittwoch“ weist auf alte Übungen hin, nach denen man sich als Zeichen der Buße für begangene Sünden zu Beginn der Fastenzeit mit Asche bestreut hat. Dabei steht die Erinnerung an das Leiden und Sterben Jesu Christi im Mittelpunkt. Mit dem Karneval am Rosenmontag und Fastnachtsdienstag sollte noch einmal ausgelassen gefeiert werden.

Weitere Informationen: www.7wochenohne.evangelisch.de

RÜCKFRAGEN

Susanne Sobko, 0162-2048755, oder Friedemann Kahl, 0151-59128575

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