PM 008 | 24.01.2024
Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Andachten, Zeitzeugengespräche, Lesung, Demonstration

Evangelische Christen in Mitteldeutschland gehören zu den Organisatoren von Veranstaltungen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (Holocaust-Gedenktag) am 27. Januar.

In der Katharinenkirche in Stendal (27. Januar, 10 Uhr) gibt es ein Zeitzeugengespräch mit Henriette Kretz (Jahrgang 1934). Initiiert wird die Veranstaltung vom Maximilian-Kolbe-Werk, der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und der Hansestadt Stendal. Für die musikalische Umrahmung sorgt die Pianistin Haesung Bahr.

In Lutherstadt Wittenberg veranstalten die Gemeinde der Stadtkirche, die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt, der Landkreis und die Stadt Wittenberg eine Gedenkstunde mit Kranzniederlegung (27. Januar, 17 Uhr) an der Stätte der Mahnung an der Stadtkirche St. Marien. Der Wittenberger Motettenchor und Schola Cantorum Rener gestalten ein musikalisches Abendgebet am Holocaust-Gedenktag.
Unter dem Motto „Wittenberg: Klare Kante gegen rechts. Unsere Stimme für Menschlichkeit und gegen Hass“ wird an diesem Tag zu einer Demonstration (16 Uhr) auf dem Wittenberger Marktplatz aufgerufen.

In Eilenburg im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch lädt die Gemeinde der Nikolaikirche zu einer Andacht zum Holocaustgedenken (27. Januar, 18 Uhr) ein. Die Veranstaltung bereiten die Konfirmanden zusammen mit Pfarrerin Teresa Förtsch vor. Im Anschluss sind alle zum Beisammensein mit Gesprächen und einem kleinen Imbiss in den Räumen des Mehrgenerationenhauses Arche eingeladen.

Im Kirchenkreis Meiningen wird das Holocaust-Gedenken in einige Gottesdienste am 28. Januar integriert, beispielsweise in der Stadtkirche in Meiningen (10 Uhr). Auch im traditionellen Montags-Friedensgebet in Meiningen im Rahmen der Mahnwache zum Ukraine-Krieg wird das Gedenken einbezogen. Wie in jedem Jahr ist eine Reinigungsaktion der Stolpersteine geplant.

Eine ökumenische Andacht (28. Januar, 15 Uhr) zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gibt es auf dem Jüdischen Friedhof in Lutherstadt Eisleben.

Die Evangelische Studierendengemeinde Magdeburg lädt für Sonntag (28. Januar, 15.30 Uhr) ein, die Stolpersteine auf dem Unigelände zu besuchen und an die Personen zu erinnern, deren Namen dort verzeichnet sind. Start ist vor dem Gebäude der Studierendengemeinde (Neustädter Str. 6). Im Anschluss (gegen 18 Uhr) gibt es einen Abendgottesdienst und anschließend Abendbrot.

Im Dom (Cordatussaal) in Stendal liest Peter Leo aus seinem Roman „Flut und Boden“ am Montag (29. Januar, 19 Uhr). Der Historiker Per Leo folgt einer Einladung der Stendaler Initiative „Herz statt Hetze“ und der Evangelischen Stadtgemeinde. In seinem Roman erkundet er anhand der eigenen Familiengeschichte nicht nur die Täterschaft seines Großvaters, eines überzeugten Nationalsozialisten und SS-Führers, sondern auch die Lebensgeschichte dessen Bruders, der aus „rassehygienischen Gründen“ zwangssterilisiert wurde. Er zeigt auf, wie sich in Politik, Philosophie, Wissenschaft und Kunst ein Denkstil etablierte, der Ganzheitlichkeit im Denken mit Judenfeindschaft verwob und letztlich zur Selbstabdankung des deutschen Bildungsbürgertums führte.

Hintergrund:
Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers (KZ) Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945. In Deutschland gilt der 27. Januar seit 1996 als bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen im Jahr 2005 erklärt.

RÜCKFRAGEN

Friedemann Kahl, 0151 59128575, oder Susanne Sobko, 0162 2048755


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