PM 090 | 14.07.2020
Luther-Führungen im Augustinerkloster Erfurt finden wieder statt

Lebenslust und Seelenqualen, Studentenfutter und Bitterlikör, Heringe und Hirsebrei

Nach einer längeren Corona-Pause werden im Evangelischen Augustinerkloster in Erfurt wieder Themen-Führungen angeboten. Unter dem Motto „Luthers schlaflose Nächte in Erfurt“ finden freitags ab 21 Uhr Führungen bei Kerzenschein mit Gute-Nacht-Tropfen im Klosterkeller (Foto) statt. „Lebenslust und Seelenqualen – Luther in Erfurt“ heißt eine sinnliche Führung durch das Kloster und zu anderen Lutherorten, die jeden Samstag um 11 Uhr startet. Jeweils am dritten Samstag im Monat um 13 Uhr geht es bei „Kloster kulinarisch“ um die Esskultur im Hause Luther. Anmeldung und Infos: Tel. 0361-57660-0 oder www.augustinerkloster.de/fuehrungen-austellung. Die Führungen können für Gruppen ab zehn Teilnehmern auch an zusätzlichen Terminen gebucht werden. Das Augustinerkloster plant zudem neue thematische Führungen zu den eigenen Bücherschätzen, zum Augustinerkloster zu DDR-Zeiten, zu Irrtümern über Martin Luther, zu den Glasmalereien in der Kirche und zum Leben der Heiligen Elisabeth.

Die Führung „Lebenslust und Seelenqualen – Luther in Erfurt“ dauert 1,5 bis 2 Stunden. Neben Informationen gibt es sinnliche Hinweise zu Luthers Lebensstationen wie Studentenfutter und Bitterlikör als Verweis auf das fröhliche Studentenleben und die unruhigen Stunden als Mönch bei der Suche nach einem gnädigen Gott. Die Teilnehmer werfen einen Blick in Lutherzelle und Kapitelsaal, statten dem Renaissance-Hof einen Besuch ab, entdecken die Stille des Kreuzgangs und die Kunstschätze der Kirche. Dann geht es vorbei an der Georgenburse, in der Luther zusammen mit anderen Studenten und einem Magister in einer Art Wohngemeinschaft lebte. Weitere Stationen sind das alte Universitäts-Gebäude Collegium maius, die Michaeliskirche und der Domplatz. Die Anmeldung unter Tel. 0162-6315788 ist erforderlich.

Die Führung „Kloster kulinarisch“ dauert etwa zwei Stunden, darin enthalten ist ein Buffet im Klosterkeller mit Essen und Trinken, wie es im ausgehenden Mittelalter üblich war, darunter Sauergemüse, Heringe und Hirsebrei. „Unser Herrgott gönnt uns gern, dass wir essen und trinken und fröhlich sind“, wird Martin Luther dazu zitiert. Von dem Augustinermönch und späteren Reformator ist überliefert, dass er gerne und gut gegessen und immer wieder Gäste an seine Tafel eingeladen hat. Während im Augustinerkloster die fleißigen Mitarbeiter der Klosterküche alles zubereiten, war es im Hause Luthers vor allem seine Frau Katharina, die sich um den Garten, den Weinanbau, die Landwirtschaft und die eigene Brauerei kümmerte.
 
Bei „Luthers schlaflose Nächte“ geht es bei Kerzenschein mit Michael Utzel und Augustinerpfarrer Bernd S. Prigge durchs Augustinerkloster. Die Teilnehmer erfahren dabei einiges über Martin Luther, der hier von 1505 bis 1511 als Mönch lebte und dabei viele schlaflose Nächte verbrachte. Luther rieb sich an Regeln seiner Kirche, beschäftigte sich tage- und nächtelang mit der Frage, wie er Gott gnädig stimmen kann, und bekam so die entscheidenden Impulse für die spätere Reformation. „Im Schein der Kerzen sieht man das Kloster in einem ganz neuen Licht“, sagt Pfarrer Bernd Prigge. Diese Stimmung verstärkt sich, wenn im Kreuzgang Kirchenlieder angestimmt werden. Der Rundgang schließt im Klosterkeller bei einem „Gute-Nacht-Tropfen“ – für Erwachsene ein Kräuterlikör und für Kinder ein Apfelmost. Gruppen sollten sich anmelden.

RÜCKFRAGEN

Bernd S. Prigge, 0361-57660242


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