PM 139 | 17.11.2006
Synode der Thuer Landeskirche mit Standort des Kirchenamtes befasst

Synode der Thüringer Landeskirche mit Standort für Kirchenamt befasst

Die vom 16. bis 19. November in Eisenach tagende Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen ist bei ihrem Schwerpunktthema angekommen: Am heutigen Freitagvormittag (17.11.) hat der Vizepräsident und Rechtsdezernent des Kirchenamtes, Oberkirchenrat Dr. Hans-Peter Hübner, den Stand der Föderationsentwicklung referiert. Eingebracht wurde zudem der Vorschlag der Föderationskirchenleitung für den Standort des gemeinsamen Kirchenamtes und den gemeinsamen Bischofssitz.

Empfohlen wird der Landessynode von der Kirchenleitung, zunächst einen Tendenzbeschluss zu fassen. Von der derzeit in Lutherstadt-Wittenberg tagenden Synode der Kirchenprovinz Sachsen wird ebenfalls ein Tendenzbeschluss zur Standortfrage erwartet. Die endgültige Entscheidung soll erst im April 2007 bei parallelen Tagungen der beiden Synoden in Wittenberg fallen. Die Landessynoden beider Kirchen hatten im Februar dieses Jahres dafür plädiert, die Standortsuche ergebnisoffener zu führen. In der Folge wurden nicht nur Halle und Erfurt sondern auch Magdeburg und Eisenach in die Überlegungen einbezogen.

Nach Vorstellung der Föderationskirchenleitung soll Erfurt Standort des gemeinsamen EKM-Kirchenamtes und Magdeburg Sitz des gemeinsamen Bischofs werden. Dies soll unter der Zielstellung erfolgen, dass sich die beiden Kirchen mit Inkrafttreten der neuen EKM-Verfassung im Jahr 2009 zusammenschließen und ein gemeinsamer Bischof gewählt wird. Den finanziellen Aufwand für den Aufbau des Kirchenamtes in Erfurt will die Kirchenleitung auf fünf Millionen Euro begrenzt sehen.

Für die Stadt Erfurt als Standort des gemeinsamen Kirchenamtes spreche deren zentrale Lage im Föderationsgebiet, die gute Verkehrsanbindung und die damit verbundene gute Erreichbarkeit, aber auch der historische Hintergrund als Lutherstätte. Vorgestellt wurde den 66 Synodalen auch eine mögliche Immobilie in der Erfurter Innenstadt.

Von fünf möglichen und schließlich drei intensiver untersuchten Immobilien habe sich das Gebäude des Collegium Maius umittelbar neben der evangelischen Michaeliskirche und in der Nähe des evangelischen Augustinerklosters als geeignet erwiesen. Notwendig sei allerdings ein An- bzw. Neubau, um die insgesamt 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterzubringen.

In den Unterlagen für die Kirchenparlamentarier warnt die Föderationskirchenleitung davor, die Entscheidung zur Standortfrage zu verzögern: Eine zielgerichtete Personalplanung wäre dann nur begrenzt möglich und die Effekte der Strukturanpassung könnten nur bedingt erreicht werden. Prozesse mit dem Ziel einheitlicher Arbeitsabläufe würden sich verschleppen. Ferner könnten Fördermittelzusagen an Verbindlichkeit verlieren. Schließlich sei eine Zusammenlegung des Kirchenamtes an einem Standort auch dann sinnvoll, wenn die beiden Landessynoden einem Zusammenschluss der beiden Landeskirchen nicht zustimmen könnten.

Dagegen sei der gemeinsame Bischofssitz von einem Zusammenschluss der Partnerkirchen abhängig. Den Bischofssitz vom Standort des Kirchenamtes zu trennen, sei zwar im Grunde nicht wünschenswert, jedoch erforderlich, um einen Ausgleich der Interessen beider Landeskirchen zu erreichen. Für Magdeburg als Bischofssitz spreche der Magdeburger Dom als Bischofskirche und Magdeburg als Landeshauptstadt. Zudem würde die Lösung signalisieren, dass die nördlichen Gebiete der EKM nicht benachteiligt werden.

Die Föderationskirchenleitung hat der Synode auch einen Vorschlag für die zukünftige Gestaltung der Propst- und Visitatorenämter präsentiert. So soll es ab 2015 nur noch vier Aufsichtsbezirke geben. Als Sitze für die sogenannten Regionalbischöfe wird in jedem Fall Eisenach vorgeschlagen. Darüber hinaus sind Gera oder Jena sowie Stendal und Wittenberg oder Halle denkbar.

Die Tendenzbeschlüsse stehen für Samstagvormittag (18.11.) auf der Tagesordnung der beiden Landessynoden.

Hinweis für die Redaktionen:
Damit Sie nach den Tendenzbeschlüssen die Mitglieder der Kirchenleitung direkt befragen können, laden wir Sie herzlich ein zu einer Pressekonferenz am Samstag, 18.11., 16 Uhr im Hotel Haus Hainstein in Eisenach.

Den Ablaufplan sowie die Unterlagen zur Synodaltagung finden Sie im Internet unter: www.ekmd-online.de (rechte Navigationsleiste „Synode“). Die PM’s 137 oder 138 zum Bischofsbericht und zum Doppelhaushalt finden Sie ebenfalls auf der Internetseite der EKM.

Bei Rückfragen: Ralf-Uwe Beck, 0172/7962982


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