PM 076 | 07.12.2017
Tradition des Orgelbaus ist Immaterielles Kulturerbe

EKM-Orgelreferent: „Wichtiges Signal für Orgelkunst in Mitteldeutschland“

Die Unesco hat die Tradition von Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Die Entscheidung wurde heute (7. Dezember) bei der Tagung des Unesco-Komitees in Südkorea bekanntgegeben. Für Orgelbau und Orgelmusik in Mitteldeutschland sei das ein enorm wichtiges Signal, sagt Christoph Zimmermann, Orgelreferent der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM):

„Das gottesdienstliche Geschehen in Mitteleuropa ist ohne Orgeln kaum vorstellbar. Nach wie vor ist eine Pfeifenorgel das am besten geeignetste Instrument, um Gemeindegesang zu begleiten. Die rund 4.000 Orgeln in unseren Kirchen in der EKM sind mit ihren individuellen Konzeptionen auf den Raum und die Bedürfnisse der Kirchengemeinden abgestimmt. Sie sind nach dem Altar das bestimmendste Ausstattungsstück unserer Kirchen. Die Entscheidung der Unesco hebt hervor, welche Bedeutung diese Instrumente haben – und wie wichtig es ist, dieses Erbe zu erhalten. Eine begrenzte Förderung ist hier durch Mittel der Kirchenkreise und den Orgelfonds der Landeskirche möglich.
Mit der Bestätigung, dass Orgelbau und Orgelmusik zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit gehört, wird auch deutlich, dass diese Instrumente keine rein innerkirchliche Angelegenheit sind. Die Orgeln sind ein Schatz, der es uns ermöglicht, über die Musik Menschen in ihren spirituellen Bedürfnissen zu erreichen und unser Glaubensleben zu begleiten und zu vertiefen.

Hintergrund:
Auf dem Gebiet der EKM gibt es etwa 4000 Orgeln. Darunter sind wertvolle Instrumente von Gottfried Silbermann, Zacharias Hildebrandt, Friedrich Ladegast, Heinrich Gottfried Trost und Johann Friedrich Schulze.
An zahlreichen Orgeln in mitteldeutschen Kirchen wurde in den vergangenen Jahren vermehrt Schimmelbefall beobachtet. Im November 2014 startete die EKM deshalb das Forschungsprojekt „Ursachen des Schimmelbefalls an Orgeln“. Drei Jahre lang untersuchten Fachleute unterschiedlicher Disziplinen bei einer Vielzahl von Orgeln im mitteldeutschen Raum die Ursachen der Schimmelbildung. 2018 will die EKM mit einem Folgeprojekt beginnen. Ziel ist es, eine Art „Werkzeugkasten“ zusammenzustellen und damit Entscheidungshilfen für die Bekämpfung und – besser – Prävention von Schimmelbefall zu geben, um ursachenbezogen den Befall der Instrumente zu stoppen.

RÜCKFRAGEN

Christoph Zimmermann, 0361-51800573

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