PM 111 | 20.09.2007
Sachsen Anhalt hat nun flaechendeckend Notfallseelsorge Teams

„Bei Krisensituationen in Sachsen-Anhalt überall schnell vor Ort“

Sachsen-Anhalt ist jetzt flächendeckend mit Notfallseelsorgeteams versorgt. Ab sofort stehen insgesamt 21 Gruppen mit mehr als 460 Helferinnen und Helfern für die erste, seelsorgerliche Betreuung von Betroffenen bei Unfällen und anderen Krisensituationen bereit. Anfang September haben rund 30 Personen aus Köthen ihre Ausbildung abgeschlossen und vervollständigen somit das Netzwerk der Seelsorgergruppen. Bereits im April dieses Jahres nahmen neue Teams in Wernigerode mit zwölf und in Weißenfels mit 23 Mitgliedern ihre Arbeit auf. Die Aufteilung der Zuständigkeitsbereiche für die Notfallseelsorgeteams orientiert sich an der Zahl der Landkreise vor der Gebietsreform in Sachsen-Anhalt vom 1. Juli dieses Jahres.

„Ob ein Autounfall, ein Hausbrand oder ein Familiendrama. Das sind Bilder, die den Betroffenen – seien es Angehörige, Polizei, Feuerwehr oder Sanitäter – oft schwer und lange auf der Seele lasten. In diesen Situationen können und wollen wir helfen“, sagt Thea Ilse, Vorsitzende des „Fachverbands für Notfallseelsorge und Krisenintervention Mitteldeutschland“ und Beauftragte für Polizei- und Notfallseelsorge der Kirchenprovinz Sachsen. „Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, unsere Präsenz so auszubauen, dass wir bei Krisensituationen in Sachsen-Anhalt überall schnell vor Ort sein können.“

Zu den Aufgaben der Notfallseelsorger gehören der Beistand für Opfer und Hinterbliebene bei Unfällen und Katastrophen sowie die Begleitung von Polizisten bei der Überbringung von Todesnachrichten. Im vergangenen Jahr hatten die 18 Notfallseelsorgeteams 429 Einsätze (2005 = 360). Zu den Gruppen gehören vor allem Frauen und Männer aus sozialen Berufen. Darunter sind Ärztinnen und Ärzte, Krankenschwestern, Feuerwehrleute, Rettungsassistenten sowie Pfarrerinnen und Pfarrer. Die Teams sind an verschiedene Träger angebunden: Diakonie-Vereine, das Deutsche Rote Kreuz, den Arbeiter-Samariter-Bund, Landkreise sowie Feuerwehrverbände. Die erste Gruppe von Notfallseelsorgern in Sachsen-Anhalt wurde 1993 in Schönebeck gebildet.

Auf ihre Aufgabe werden die Notfallseelsorger in einer besonderen Schulung vorbereitet. Bestandteil der Ausbildung sind Praktika im Rettungswagen sowie in den Leitstellen von Polizei oder Feuerwehr. Außerdem werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in seelsorgerlichen und psychologischen Grundlagen unterrichtet. Dazu gehört insbesondere die Schulung im Umgang mit den Angehörigen von Unfallopfern.

Bei Rückfragen: Pfarrerin Thea Ilse, Beauftragte für Polizei- und Notfallseelsorge der Kirchenprovinz Sachsen, 0171 / 54 23 438 (erreichbar zwischen 12 und 13 Uhr).

Oder: Pfarrer Johannes Lewek, Teamleiter Notfallseelsorgeteam in Bernburg, 0163 / 55 27 240 (erreichbar ab 12 Uhr).

Dessau und Magdeburg - 20. September 2007


Bleiben Sie mit unseren Newslettern auf dem Laufenden.

Hier Abonnieren

Die besten News per E-Mail - 1x pro Monat - Jederzeit kündbar