PM 144 | 20.12.2007
Weihnachtswort von Bischof Noack Das Ja Gottes zu unserer Welt

Der Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, Axel Noack, stellt an diesem Weihnachtsfest den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Erde in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen:

„Was manchmal wie komplizierte Theologie klingt, ist im Grunde ganz einfach: Zu Weihnachten feiern Christen Gottes Hinwendung zu unserer Welt. Gott sagt Ja zu dieser Welt. Er sagt es zu mir und zu Dir und zum Leben überhaupt. Das feiern wir, wenn wir theologisch korrekt formulieren: Gott ist als Mensch geboren. Er hat sich auf den Weg gemacht, ist klein geworden, verletzlich und ziemlich armselig. Damit ist er uns besonders nahe gekommen. Das ist vermutlich nötig, damit wir seine Freundlichkeit mit unseren begrenzten Möglichkeiten überhaupt begreifen und verstehen können.

Gottes Ja zur Welt ist für unser Leben und Handeln gewissermaßen richtungsweisend. Es gibt uns Orientierung für unser eigenes Wirken in dieser Welt. Auch das ist im Grunde viel einfacher als es beim ersten Hören klingt: Wenn Gott seine Freundlichkeit dieser Welt gegenüber zum Ausdruck bringt, kann es uns nicht egal sein, was in dieser Welt und mit dieser Welt passiert. Die Fragen nach dem verträglichen Zusammenleben der Menschen, nach Frieden und Gerechtigkeit und wie es uns besonders in diesen Tagen vor Augen steht – nach der Bewahrung der Schöpfung können uns nicht gleichgültig lassen. Strategen aller Zeiten und Epochen hätten es lieber, wenn Gott im Himmel bliebe, damit sie hier auf Erden ganz ungestört wirken können.

Es muss also unsere ungeteilte Unterstützung finden, wenn Menschen sich engagiert mit den Fragen des Klimawandels auseinandersetzen, wenn sie nach Möglichkeiten und Wegen und Handlungsschritten fragen und dabei auf viel Widerstand stoßen. Die winzig kleinen Schritte der Weltklimakonferenz in Bali sind solche Versuche gewesen. Wir können eben nicht sagen: „Nach uns die Sintflut!“, wie so viele es heute ganz praktisch tun, wenn sie kräftig aufs Gaspedal treten und auch ansonsten Energie verschwenden, egal was es kostet.

Der Glaube sagt: Die Sintflut liegt hinter uns. Vor uns liegt die Einlösung von Gottes Verheißung, bekräftigt durch sein Ja zu dieser Welt, das wir zu Weihnachten feiern. Darauf sich zu berufen, hilft besonders in vermeintlich ausweglosen Situationen, wo die kritische Vernunft danach fragt, was ich denn mit meine kleinen Möglichkeiten tun kann und ob das alles sich da überhaupt noch lohnt.

Der Glaube ist die Kraft, auch in auswegloser Situation das Richtige zu tun, unbeeinflusst von niederschmetternden Statistiken und von meiner eigenen Tagesform. Solcher Glaube erwächst aus der klaren, in Verstand und Herz angekommenen Erkenntnis: Die Welt, und ich mit ihr, sind von Gott gewollt und geliebt. Aus erfahrener Liebe wächst Kraft zum liebevollen Handeln an Mensch und Natur. Gott schenke allen Menschen ein friedliches Weihnachtsfest, bei dem sie durch Gottesdienste, Geschenke und gutes Essen reichlich Liebe und Güte erfahren. Mit der Kraft dieser Liebe wollen wir dann das Jahr 2008 gestalten.“

Rückfragen an: Friedemann Kahl unter 0391/53 46 413 oder 0151/591 285 75

Magdeburg, der 20. Dezember 2007


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