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Liebe Schwestern und Brüder,
Dankbarkeit sucht angemessenen Ausdruck. Gefragt nach der Begründung der Kollektensammlung ist dieser Satz eine kurze, klare und ausreichende Antwort. Das Wort „Dankopfer“ ist in vielen Gemeinden noch gebräuchlich. Die auf dem Altar abgelegte Sammlung macht dabei deutlich: „Wir geben unserem Dank handfesten Ausdruck.“ Das Dankopfer im Gottesdienst ist anders begründet als die freiwillige Spende. Geistliche Gemeinschaft kommt da zum Ausdruck, wo Christen aus Dankbarkeit gegenüber Gott solidarisch miteinander Lasten tragen.

Die Briefe des Paulus an die Römer und Korinther erzählen von dieser urchristlichen Praxis. Der Dank an Gott kommt den Glaubensgeschwistern zugute. Kollekten sind die Urform des Finanzausgleiches. Dabei geht es um einen Ausgleich der Lasten. Wer mehr hat, gibt dem, bei dem es dürftiger zugeht. Paulus legte Wert darauf, dass die neu gegründeten Gemeinden Verantwortung füreinander übernehmen. Er bittet um Kollekten in der Überzeugung: Die Gabe der Liebe stärkt Geber wie Empfänger.

Der Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland hat die Regeln für die Sammlung von Dankopfern im Gottesdienst festgelegt. Kirchliche Körperschaften, in denen Gottesdienste zu Sonn- und Feiertagen gefeiert werden, sind verpflichtet, im Gottesdienst ein Dankopfer als Kollekte nach dem Kollektenplan der Landeskirche zu sammeln. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass die Sammlung des Dankopfers ordentlicher Bestandteil aller Sonn- und Feiertagsgottesdienste ist. Bei den Abkündigungen zur Kollektensammlung müssen Empfänger und Zweck eindeutig benannt werden. Darüber hinaus kann eine weitere Kollekte im oder im Anschluss (Ausgangskollekte) an den Gottesdienst auch für die Ortsgemeinde gesammelt werden.

Für alle Regelungen zur Kollektensammlung wird auf Nr. 19.2 der Vermögensverwaltungs- und Aufsichtsverordnung vom 13. September 2014 (ABl. S. 198, ber. S. 262) hingewiesen.

Im Hinblick auf das Erntedankfest mit der Möglichkeit, dieses Fest an verschiedenen Sonntagen zu feiern, weisen wir darauf hin, dass die Kollekte Brot für die Welt mit zu dem entsprechenden Festgottesdienst wandert und die damit entfallende Kollekte an dem im Kollektenplan ausgewiesenen Erntedankfest gesammelt wird, sofern an diesem Tag ein Gottesdienst gefeiert wird.

Für die Abkündigungen im Gottesdienst bitten wir, die Kollektenempfehlungen der jeweiligen Empfänger zu verwenden. Sie sind ordentlicher Bestandteil des Kollektenplans, der selbstverständlich auch im Netz abgerufen werden kann.

Aufgrund verschiedener Anfragen weisen wir darauf hin, dass die zweckentsprechende Verwendung der Mittel von den Kollektenempfängern im Landeskirchenamt nachgewiesen werden muss.

Ihr Christian Fuhrmann,
Oberkirchenrat


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