14 Kilometer für Thüringer Kirchenakten zusätzlich

Erfurt/Eisenach (epd). Nur fünf Jahre nach seiner Einweihung muss der Neubau des Landeskirchenarchivs in Eisenach erweitert werden. Die Regale füllten sich schneller als gedacht, sagte der für Finanzen und Bau zuständige Dezernent der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Stefan Große, am Mittwochabend in Erfurt.

Am 7. Mai soll der Grundstein für den bereits konzipierten Anbau in der Wartburgstadt gelegt werden, kündigte der Oberkirchenrat an. Die Baukosten sollen etwa vier Millionen Euro betragen. Die derzeitige Lagerkapazität von zwölf Regal-Kilometern ist nach seinen Angaben bald ausgeschöpft. Hintergrund seien vermehrte Gemeindefusionen und die Schließung von Pfarrämtern auf dem Gebiet der EKM. Daher werde mehr Platz für die Archivierung von Akten gebraucht, erklärte Große. Die könnten nach etwa einjähriger Bauzeit und ausreichender Trocknung ab Sommer 2020 untergebracht werden.

Der Anbau entstehe auf einer früher als Kaserne genutzten Fläche in unmittelbarer Nachbarschaft zum Archiv. Er soll fast ausschließlich der Aufbewahrung von Akten dienen, da die bereits vorhandene Infrastruktur mit Lesesaal, Seminarraum und Verwaltung ausreichend sei, erklärte Große. An- und Altbau verbinde nach Fertigstellung ein unterirdischer Gang. Insgesamt werde Platz für 14 neue Regal-Kilometer und zwei große Sortier- und Bearbeitungsräume für neu übernommene Akten- und Bücherbestände entstehen. Zwischen den Gebäuden sei zudem ein "Lesehof", ein Bibliotheksgarten mit Bepflanzung und Sitzstufen, geplant.

Das Landeskirchenarchiv in Eisenach geht auf die Gründung einer Vorgängereinrichtung 1922 zurück. Zu den Beständen zählen unter anderem Bücher und Urkunden aus den neun Landeskirchen der früheren Thüringer Fürstenhäuser wie Sachsen-Weimar-Eisenach oder Schwarzburg-Rudolstadt. Als ältestes Stück gilt eine Urkunde aus dem Jahr 1194. Nach der Fusion von Kirchenprovinz Sachsen und Thüringer Landeskirche 2009 zur EKM blieben die beiden Archivstandorte Eisenach und Magdeburg erhalten.

In der Wartburgstadt werden ständig neue Bestände eingelagert. Seit 2014 gab es rund 200 Übernahmen im Umfang von wenigen Kartons bis zu mehreren hundert Regalmetern. Das Archiv kann für Recherchen zur Kirchen-, Zeit-, Regional-, Orts- und Familiengeschichte sowie für Dissertationen und Seminarfacharbeiten kostenpflichtig genutzt werden. Eine Gebührenbefreiung für wissenschaftliche und heimatkundliche Forschung ist möglich.

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