16.05.2019
Ehepaar Kramer will neue Perspektive auf das Pfarrbild bieten

Weimar (epd). Der designierte Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, will mit seiner Ehefrau nach seinem Dienstantritt auch eine neue Perspektive auf das Pfarrbild bieten. "Wir geben ein Beispiel, dass nicht nur ein Amt für eine Familie prägend ist, sondern dass jeder und jede den beruflichen Weg nach den eigenen Gaben und Möglichkeiten geht", sagte Sabine Kramer im gemeinsamen Interview mit ihrem Mann der in Weimar erscheinenden Kirchenzeitung "Glaube+Heimat" (Ausgabe zum 19. Mai).

Beide wollten ihr Leben so gestalten, dass sie als Ehepaar und Familie gut miteinander unterwegs seien, fügte die Direktorin des Predigerseminars in Wittenberg hinzu.

Im Gespräch mit der Kirchenzeitung kündigte Kramer an, den Vorsitz des Kuratoriums des Predigerseminars nicht zu übernehmen, den er als Landesbischof qua Amt innehätte. "Ich habe ein feines Gespür dafür, Dienstliches und Familiäres auseinanderzuhalten", sagte er wörtlich. Das Paar äußerte sich dabei auch zu seinem künftigen Lebensmittelpunkt. Die Familie werde mindestens zwei Wohnmöglichkeiten haben: Neben seinem Dienstsitz in Magdeburg und der derzeitigen Wohnung in Wittenberg werde dazu vermutlich auch eine Bleibe in Erfurt zählen.

Gemeinsame Gemeindebesuche werde es eher selten geben, da Sabine Kramer mit der Kursarbeit in Wittenberg ausgelastet sei. Dagegen versprach ihr Mann, möglichst viele Termine in den Gemeinden wahrzunehmen. Allerdings halte er von angekündigten Besuchsreisen wenig. "Die Herausforderung sehe ich, als Landesbischof einen realen Blick von der Situation in den Gemeinden zu bekommen."

Auf die Frage nach seiner geistlich-theologischen Prägung sagte der bisherige Direktor der der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt, dass er ganz unterschiedliche Zugänge zu den Fragen des Glaubens habe. "Mit einer schlichten Herzensfrömmigkeit kann ich ebenso etwas anfangen wie mit einem intellektuellen und kulturellen Zugang zum Glauben."

In dem Gespräch gab Sabine Kramer ihrem Mann den Rat, im Bischofsamt wie in einem Garten vorzugehen: "Manches Unkraut muss gejätet werden. Einige Pflanzen sollten verzogen werden, um mehr Platz zum Wachsen zu bekommen." Er sollte eigene Prioritäten setzen, immer im Wissen, "dass die Kirche von Gott erhalten wird und nicht von uns".

Die EKM-Synode hatte Kramer am vergangenen Freitag zum Nachfolger von Bischöfin Ilse Junkermann gewählt, die nach zehn Jahren im Sommer zur Universität Leipzig wechselt. Sie wird am 6. Juli in einem Gottesdienst im Magdeburger Dom verabschiedet und von ihrem Dienst entpflichtet. Der Einführungsgottesdienst Kramers ist für den 7. September an gleicher Stelle geplant.

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