Eisenach erhält Zuschlag für achten Lutherwegtag

Wittenberg (epd). Der achte Lutherwegtag findet am 26. Mai in Eisenach statt. Er beginne im Ratssitzungsaal der Wartburgstadt mit dem Vortrag "Der Lutherweg - eine Einladung zum mehrdimensionalen Reisen".

Gehalten wird er vom Reformationsbeauftragten der Thüringer Landesregierung, Thomas Seidel, teilte die Deutsche Lutherweg-Gesellschaft am Freitag in Wittenberg mit. Neben einer Pilgerwanderung auf dem Luther-Erlebnispfad von der Stadt aus hinauf zur Wartburg sei dort auch eine Andacht auf dem Elisabeth-Plan vorgesehen.

Nach dem erfolgreichen Deutschen Wandertag 2017 in der Kultur- und Reformationsstadt habe die Lutherweg-Gesellschaft beschlossen, ihren achten Aktionstag in Anlehnung daran in Eisenach zu begehen, begründete ihr Präsident Ekkehard Steinhäuser die Wahl des Veranstaltungsortes.

Martin Luther (1483 bis 1546) hatte eine besondere Beziehung zur Stadt. Er verbrachte in der Heimatstadt seiner Mutter von 1498 an die letzten drei Jahre seiner Schulzeit, ehr er 1501 zum Jurastudium nach Erfurt wechselte. 1521 wurde der Reformator auf dem Rückweg vom Reichstag in Worms nach Wittenberg zum Schein entführt und auf die Wartburg gebracht. Dort übersetzte er bis zu seiner Abreise im März 1522 das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche. Er selbst sprach von Eisenach als "meiner lieben Stadt".

Der Lutherweg ist ein Gemeinschaftsprojekt unter anderem von Kirchen, Tourismusverbänden und Kommunen. Der mit mehreren Abzweigungen und Schleifen über 3.000 Kilometer lange Weg führt durch mehrere Bundesländer, ein Drittel davon allein durch Thüringen. Er wendet sich nach Aussage der gleichnamigen Gesellschaft "an Pilger, Wanderer und an Besucher, die an der Reformation und ihren Wirkungen interessiert sind".

Erst im vergangenen Mai war das Teilstück "Lutherweg 1521" in Hessen eröffnet worden. Das grüne, geschwungenes "L" auf weißem Grund - hier ergänzt um die Jahreszahl - weist nun auch auf über 400 Kilometern Strecke zwischen Worms und der Wartburg den Weg. Dieser folgt in weiten Teilen der historischen Route, die Luther 1521 genommen hatte.