Kristina Kühnbaum-Schmidt zur Landesbischöfin der Nordkirche gewählt | Glückwünsche von Landesbischöfin Junkermann

Die Regionalbischöfin des Propstsprengels Meiningen-Suhl, Kristina Kühnbaum-Schmidt, ist von der Landessynode der Nordkirche im ersten Wahlgang zur neuen Landesbischöfin gewählt worden. Sie setzte sich bei der Wahl am Donnerstagabend in Lübeck klar gegen Karl-Heinrich Melzer durch.    

Die anwesenden Landessynodalen der Nordkirche entschieden sich im ersten Wahlgang mit 90 von 150 Stimmen für die 53-Jährige. Auf Melzer entfielen 56 Stimmen. Kristina Kühnbaum-Schmidt wird im April kommenden Jahres die Nachfolge von Landesbischof Gerhard Ulrich antreten.

Die Landesbischöfin der EKM, Ilse Junkermann, gratulierte Kristina Kühnbaum-Schmidt zu ihrem Wahlsieg:

"Aus ganzem Herzen gratuliere ich Ihnen zur Wahl als Landesbischöfin der Nordkirche! Mit Ihnen freue ich mich über dieses klare Ergebnis - auch wenn ich sehr bedaure, dass wir Sie als Regionalbischöfin nach so wenigen Jahren in unserer Landeskirche bereits wieder verlieren. Sie haben wichtige Impulse und Beiträge auf dem Weg unserer noch jungen Landeskirche eingebracht und insbesondere das regionalbischöfliche Amt wesentlich mit geprägt. Ich freue mich, dass Sie die Erfahrungen aus unserer fusionierten Landeskirche nun in der Nordkirche einbringen können und wünsche Ihnen Gottes reichen Segen, Inspiration und Kraft für alle Aufgaben und freundlich zugewandte Menschen an Ihrer Seite."

Dr. Andreas Tietze, Präses der Landessynode der Nordkirche, gratulierte Kristina Kühnbaum-Schmidt zu ihrer erfolgreichen Wahl: „Ich freue mich sehr über die Entscheidung der Landessynode. Kristina Kühnbaum-Schmidt wird in ihren Dienst als Landesbischöfin Sachverstand, theologische und seelsorgerliche Kompetenz, Humor und die Fähigkeit zum Dialog einbringen. Gerade für die Nordkirche, die geprägt ist von unterschiedlichen kirchlichen und politischen Traditionen und sozialen Gegebenheiten, braucht es eine zugewandte und integrierende Persönlichkeit. Wir heißen sie herzlich im Norden willkommen und wünschen ihr für ihren Dienst als Landesbischöfin und für ihre Familie Gottes reichen Segen.“

Gleichzeitig würdigte der Präses den Kandidaten: „Mein herzlicher Dank und Respekt gilt Propst Dr. Karl-Heinrich Melzer, dass er sich für eine Kandidatur als Landesbischof bereit erklärt hat. Wie kaum ein anderer hat er sich für die Nordkirche in kirchenleitender Funktion und mit viel Engagement verdient gemacht. Dass die Nordkirche weiterhin auf seinen Sachverstand, seine theologische Kompetenz und seine ausgewiesene Kenntnis der Strukturen der Nordkirche zählen kann, bleibt Bereicherung und Grund zum Dank. Ich wünsche Dr. Karl-Heinrich Melzer Gottes Segen für seinen weiteren Dienst.“

Landesbischof Gerhard Ulrich gratulierte als Vorsitzender der Ersten Kirchenleitung der Nordkirche. Er sagte: „Von Herzen gratuliere ich Kristina Kühnbaum-Schmidt zu ihrer Wahl als Landesbischöfin der Nordkirche und wünsche ihr Gottes reichen Segen für ihr neues Amt. Ich bin überzeugt, dass sie hervorragend geeignet ist für den leitenden geistlichen Dienst in der gesamten Nordkirche, den die Verfassung ihr überträgt. Sie verfügt über ein ausgeprägtes theologisches Profil und ist vielfältig qualifiziert in Bereichen wie Pastoralpsychologie, Seelsorge und Supervision. Sie kennt als Pfarrerin sowohl eine west- als auch eine ostdeutsche Landeskirche. Darüber hinaus ist mit Kristina Kühnbaum-Schmidt eine Leitungsperson gewählt worden, die von außen kommt und die Entwicklung der Nordkirche aus der Perspektive einer anderen, ebenfalls fusionierten Landeskirche verfolgt hat. Beides ist ein wichtiges Pfund, um die unterschiedlichen geistlichen Strömungen in der Nordkirche zu verstehen, zu fördern und  in ihrem Reichtum zu integrieren. Das wird die Nordkirche, sechs Jahre nach ihrer Gründung, voranbringen. Die vielfältigen Leitungserfahrungen, die sie unter anderem als Regionalbischöfin  der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und als Mitglied der Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) sammeln konnte, befähigen sie in hervorragender Weise für ihr neues Amt. Propst Dr. Karl-Heinrich Melzer danke ich sehr für seine Kandidatur. So hatte die Landessynode die Wahl zwischen zwei ebenbürtigen Kandidaten.“

Kristina Kühnbaum-Schmidt wurde 1964 in Braunschweig geboren und studierte Evangelische Theologie in Göttingen und Berlin. Nach dem Zweiten Theologischen Examen wurde sie 1995 in Braunschweig ordiniert. Anschließend arbeitete sie in der Stadt Braunschweig als Pfarrerin der Kirchengemeinde Wichern sowie in der Propstei-Pfarrstelle für Öffentlichkeitsarbeit. 2004 wechselte sie in die Braunschweiger Innenstadtgemeinde St. Petri. Ab 2009 war Kristina Kühnbaum-Schmidt zusätzlich als pastoralpsychologische Beraterin und Supervisorin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig und als Dozentin für Seelsorge am Predigerseminar tätig. Seit 2013 ist Kristina Kühnbaum-Schmidt Regionalbischöfin des Propstsprengels Meiningen-Suhl in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). 2015 wurde sie in die Kirchenleitung der Vereinigten Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) gewählt. Sie ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.

Zu den Aufgaben einer Landesbischöfin gehört der leitende geistliche Dienst in der Nordkirche und der Vorsitz in der Kirchenleitung. Zudem wird sie die Kirche gegenüber den Ländern, ihren Parlamenten und Regierungen sowie im gesamten kirchlichen und öffentlichen Leben vertreten. Ihre Predigtstätten werden der Dom zu Schwerin und der Dom zu Lübeck sein.

Ihr Amt wird die neue Landesbischöfin am 1. April 2019 antreten. Die Amtszeit des ersten Landesbischofs der Nordkirche, Gerhard Ulrich, endet zuvor am 31. März.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) ist mit rund 2,1 Millionen Gemeindegliedern die fünftgrößte Landeskirche innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie ist nach der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern flächenmäßig die zweitgrößte Landeskirche in Deutschland, ihr Gebiet reicht von der dänischen bis zur polnischen Grenze. Sichtbares Zeichen ist das Gemeindeleben in den fast 1.000 Kirchengemeinden mit ihren rund 1.900 Kirchen und Kapellen, darunter zahlreiche Dorf- und Stadtkirchen, die unter Denkmalschutz stehen.

Weitere Informationen: https://landesbischofswahl.nordkirche.de