Stichwahlen in Thüringen

Acht Stichwahlen in fünf Städten und drei Kreisen stehen an.

Vor zwei Wochen war in Thüringen der erste Wahlgang für die Wahl der Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte. Und heute sind die Stichwahlen, weil nicht alle der Kandidatinnen und Kandidaten auf Anhieb mehr als 50 Prozent der Stimmen hinter sich vereinigen konnten. In vielen Gemeinden und einigen Landkreisen entscheidet sich tatsächlich erst heute, wer in die Rathäuser und Landratsämter einzieht.

Erfahrungsgemäß geht die Beteiligung bei diesem zweiten Wahlgang noch einmal in den Keller. „Warum bekommen so viele von uns an Wahltagen den Arsch nicht vom Sofa?“, fragt Kirchenrat Ralf-Uwe Beck in seiner Radioandacht am Sonntagmorgen. „Meinen wir, die da oben machen doch sowieso, was sie wollen? Aber wäre für uns Thüringer nicht gerade heute eine Gelegenheit, zu zeigen, dass uns daran gelegen ist, dass die da oben machen sollen, was wir wollen?! Wer wählen geht, zeigt einmal nicht mit dem Finger auf die da oben, sondern zeigt denen da oben, dass er ihnen auf die Finger schauen will. Einmal nicht nur meckern und aufregen. Dazu ist morgen noch genug Zeit – und Gelegenheit bestimmt auch. Heute heißt es: Runter vom Sofa.“

„Suchet der Stadt Bestes“, so sagt es der Prophet Jeremia. Egal, ob ihr euch hier zu Hause fühlt oder nicht: Mischt euch ein, setzt auf Zukunft, pflanzt Bäume, baut Häuser. Wir ergänzen: Geht wählen. Zeigt, dass es auch eure Kommune ist, euer Land, dass ihr nicht nur Einwohner sein wollt, sondern Bürgerinnen und Bürger – bereit, auch zu bürgen für die Kommune, das Land.