Thüringen lehnt "Anker-Zentren" weiter ab

Erfurt (epd). Thüringen bleibt bei seiner ablehnenden Haltung gegenüber den sogenannten "Anker-Zentren". Deren Eröffnung in Bayern sei für sie ein Ansporn, den Thüringer Weg noch weiter voranzutreiben, sagte die Landesbeauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge, Mirjam Kruppa, am Mittwoch in Erfurt.

Dies bedeute, den Schwerpunkt auf die dezentrale Wohnungsunterbringung der Geflüchteten in den Kommunen zu setzen und bei der Unterbringung einen guten Standard einzuhalten. "So können wir den Menschen, um die es im Asylverfahren geht, gerecht werden. Mauern, Ausgrenzung und Abschottung haben in der Geschichte noch nie für Sicherheit und Freiheit gesorgt", erklärte Kruppa. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl wolle sie noch mehr auf die Bedarfe der Asylsuchenden und insbesondere der Kinder ausgerichtet wissen.

Die Einführung der "Anker-Zentren" ("Ankunft, Entscheidung und Rückführung") ist Teil des von Bundesinnenminister Chef Horst Seehofer (CSU) vorangetrieben "Masterplans Migration". Dort können Geflüchtete ihren Asylantrag stellen, über den vor Ort schnell entschieden werden soll, die Klage vor einem Verwaltungsgericht inklusive. In allen sieben bayerischen Regierungsbezirken ging am 1. August ein "Anker-Zentrum" in Betrieb. Dafür wurden bereits bestehende Asyl-Unterkünfte umgewidmet. Kritiker bezeichnen die Zentren als "Abschiebelager", in denen unmenschlich mit den Menschen umgegangen werde.

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Ein weiterer Artikel zum Thema beim evangelischen Magazin chrismon: https://chrismon.evangelisch.de/nachrichten/40043/spaltung-mit-enormer-sprengkraft-durch-anker-zentren-befuerchtet